Leichtathletik: 1,95 Meter aus dem Nichts

Leichtathletik : 1,95 Meter aus dem Nichts

Erst vor zwei Jahren hatte sich der ehemalige Langstreckler Manuel Schröer auf den Hochsprung spezialisiert. Für 2008 hat sich der 19-Jährige das Ziel gesetzt, bei den Junioren die Zwei-Meter-Marke zu knacken.

Seit zwei Jahren hat Manuel Schröer nicht mehr an Körpergröße zugelegt. 1,84 Meter misst der 19-Jährige – nicht unbedingt das Gardemaß eines Hochspringers. Gewachsen ist er zwar nicht mehr, dafür hat der Leichtathlet des Solinger LC im Frühjahr 2007 allerdings mächtig an Sprunghöhe zugelegt. Gleich zum Saisonauftakt lief Manuel Schröer bei einem Meeting immer wieder an, ließ nach jedem erfolgreichen Versuch die Latte ein paar Zentimeter höher legen, bis er die 1,95 Meter meisterte. Die Höhe kam aus dem Nichts, denn im Vorjahr oder im Wintertraining in der Halle hatte der Gymnasiast nicht damit gerechnet, seine persönliche Bestleistung gleich um acht Zentimeter zu steigern.

Die übersprungene Höhe blieb keine Eintagsfliege. Mehrmals bestätigte Manuel Schröer auf Wettkämpfen seine Bestmarke mit 194 oder 193 Zentimetern – so wie bei den Nordrhein-Meisterschaften, als er sich mit dem Gewinn der Bronze-Medaille für das Auswahltraining in Leverkusen empfahl. „Eigentlich werden nur Athleten aufgenommen, die auch die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaften schaffen“, weiß Manuel Schröer über seine Sonderstellung. Auswahltrainer Thorsten Ribbecke aber hat es ausgereicht, den Solinger bei den Nordrhein-Meisterschaften springen zu sehen und dessen Potenzial zu erkennen.

Als Erster aus dem Spitzentrio hatte Manuel Schröer damals die 1,93 Meter geschafft, während die beiden Konkurrenten die Höhe jeweils erst im dritten Versuch schafften. Dann haben beide noch drei beziehungsweise sechs Zentimeter mehr geschafft, während der angehende Abiturient bei 1,96 Metern drei Mal knapp patzte. „Wenn eine neue Bestleistung aufliegt, macht man sich in dem Moment zu viele Gedanken.“ Für kommendes Jahr hat sich der Leichtathlet vorgenommen, die Zwei-Meter-Marke zu knacken und sich mit weiteren drei Zentimetern für die Deutsche Junioren-Meisterschaften zu qualifizieren. Das Konkurrenz-Verhalten beim Auswahltraining sporne ihn an, besser zu sein als die anderen – die alle eine Kopf größer sind als Manuel Schröer.

Nur durch Zufall hatte sich Manuel Schröer im Übrigen vor zwei Jahren auf die technische Disziplin spezialisiert. Der 19-Jährige war bis dahin nur auf den Langstrecken aktiv gewesen. Trainer Detlef Steigerwald hatte aber immer ein Auge darauf, dass jeder SLC-Nachwuchsathlet auch Mehrkämpfe bestreitet. „Vor dem Jedermann-Zehnkampf hatte ich nur ab und zu mal beim Hochsprung-Training mitgemacht“, blickt Manuel Schröer auf den Tag zurück, der sein Sportlerleben veränderte, als er plötzlich seine eigene Körpergröße übersprang.

(RP)