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Solingen: Spielplatz lockt ungebetene Gäste an

Solingen : Spielplatz lockt ungebetene Gäste an

Auf der Anlage an der Kirchgasse in Ohligs treffen sich in der warmen Jahreszeit regelmäßig Obdachlose und Jugendliche. Die Nachbarn fühlen sich von Trinkgelagen, die bis in die Nacht gehen, belästigt. Bei Stadt und Polizei kennt man das Problem. Eine schnelle Lösung ist aber nicht in Sicht.

Die Anwohner der Kirchgasse in Ohligs sehen den beginnenden Frühling mit gemischten Gefühlen. Denn nachdem in den vergangenen Tagen die Temperaturen zum ersten Mal in diesem Jahr auf 20 Grad gestiegen sind, ist in ihre ruhige Wohnstraße ein altes Problem zurückgekehrt. Der Kinderspielplatz an der Kirchgasse dient schon seit Jahren einer Gruppe von Obdachlosen sowie Jugendlichen als Treff.

"Diese Woche haben sich bereits wieder mehrere Personen dort aufgehalten und Bier getrunken", sagt Dirk Evertz, der an der Kirchgasse ein Mietshaus besitzt. Mehrere seiner Mieter hätten sich beschwert. Dabei sei dies erst der Anfang. Im Sommer würden auf dem Spielplatz bis tief in die Nacht Trinkgelage veranstaltet. Und die Stadt, so Evertz, unternehme nichts gegen die ungebetenen Gäste.

Ein Vorwurf, den man im Rathaus nicht stehen lassen will. "Uns ist das Problem seit Jahren bekannt", sagte gestern Achim Weiser vom Ordnungsamt. Immer wieder habe der Ordnungsdienst darum Kontrollen durchgeführt und die Personen aus dem Obdachlosenmilieu, die sich normalerweise vor dem Hauptbahnhof aufhalten, des Platzes verwiesen. Weiser: "Niemand, der älter als 18 Jahre alt ist, darf sich dort aufhalten."

Das Problem ist so gleichwohl dauerhaft nicht zu lösen. Denn bei der Stadt stehen lediglich acht Kräfte zur Verfügung, die im gesamten Stadtgebiet zwischen Ohligser Heide und Schloss Burg Streifengänge machen können — noch dazu neben ihren sonstigen Aufgaben. Aus diesem Grund wurden auch schon die Beamten der nahen Polizeiwache Ohligs eingeschaltet, die allerdings vor einiger Zeit bei einer Prüfung des Sachverhalts über mehrere Wochen nur in wenigen Fällen unzumutbare Belästigungen feststellten, wie gestern Horst Schulten vom für den Spielplatz verantwortlichen Sportamt sagte.

Dennoch nehme man die Beschwerden der Anwohner sehr ernst, so Schulten. Bei der Stadt setzt man auf den Faktor Zeit. Schon in den zurückliegenden Jahren wurden kaputte Spielgeräte auf dem 1999 eröffneten Spielplatz nicht mehr erneuert, um immer weniger Gelegenheiten zum Aufenthalt zu bieten. Heute gibt es in dem Hof, in dem der Spielplatz liegt, nur noch einen Sandkasten. Dieser wird allerdings erst in einigen Jahren verschwinden können, da die Anlage seinerzeit auch mit Fördergeldern des Landes gebaut wurde. Und diese Unterstützung war wiederum an eine 20-jährige Frist gekoppelt, in der der Spielplatz auf jeden Fall bestehen bleiben muss.

Dementsprechend wird erst 2019 mit einem Ende des Spielplatzes zu rechnen sein. Und selbst dann ist nicht sicher, ob das Problem gelöst ist. Immerhin erscheint der Hof an der Kirchgasse "ideal", da er als Treffpunkt zum Beispiel von der Düsseldorfer Straße kaum einzusehen ist. Die Anwohner jedenfalls blicken den kommenden Monaten mit Sorge entgegen. Schließlich, so Hausbesitzer Dirk Evertz, gingen von dem Spielplatz auch Gefahren aus. Evertz: "Dort wurden schon Spritzen gefunden."

(RP)