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Solingen: Spielhalle mit Blick aufs alte Finanzamt

Solingen : Spielhalle mit Blick aufs alte Finanzamt

Das neue Finanzamtsgebäude an der Goerdelerstraße geht am 17. Juli offiziell in Betrieb. Das alte Behördengebäude Ost steht seit Anfang April leer und wird nun zum Verkauf vorbereitet. Schräg gegenüber hat eine Spielhalle eröffnet.

Beim Einzug im April gab es einige technische Schwierigkeiten im neuen Finanzamt an der Goerdelerstraße. Doch die sind überwunden. "Wir sind gut unterwegs, wir nehmen das Gebäude immer besser in Besitz", sagte gestern Christoph Krüger. Der Vorsteher des Finanzamtes Solingen freut sich jetzt auf die offizielle Eröffnungsfeier des rund 16,5 Millionen Euro teuren Neubaus am 17. Juli.

Angesagt haben sich dafür unter anderem NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans (SPD), der Präsident der Oberfinanzdirektion sowie Vertreter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), der das neue Solinger Behördengebäude gebaut und an das Finanzamt vermietet hat.

Der Eindruck, den die Gäste dann bekommen, dürfte allerdings zwiespältig sein. Denn während das neue Finanzamt den City-Bereich Goerdelerstraße sichtbar aufwertet, ist nun einige Meter weiter auf der anderen Straßenseite eine zusätzliche Spielhalle entstanden. Das Kasino befindet sich in einem Ladenlokal des Bachtor-Centers, das jahrelang leerstand.

Bei der Stadt ist man über diese Ansiedlung nicht glücklich. Die Verwaltung habe aber keine Chance gehabt, die Spielhalle zu verhindern, hieß es gestern aus dem Rathaus. "Der dortige Bebauungsplan lässt das zu", sagte ein Sprecher der Stadt.

Im Prinzip wollen die Verantwortlichen jedoch so wenig Spielhallen wie möglich. Aus diesem Grund verabschiedete der Rat beispielsweise im Dezember 2012 eine Satzung für den westlichen Teil der Konrad-Adenauer-Straße, der Kasinos dort ausschließt.

Denn der Bereich der Nordstadt soll ab Herbst ebenso wie die nahe der Goerdelerstraße liegende untere Hauptstraße saniert werden. Und im Zuge dieser millionenschweren Modernisierungen ist unter anderem vorgesehen, möglichst hochwertiges Gewerbe anzulocken.

Dazu ist es auch nötig, einen entsprechenden architektonischen Rahmen zu schaffen. Ein Vorhaben, das an der Goerdelerstraße trotz des Finanzamt-Neubaus noch nicht in Gänze erreicht ist. So fristet das ehemalige Finanzamt Ost mit seinen Meistermann-Fenstern weiterhin ein Schattendasein.

Vergangenes Jahr beim Richtfest des Neubaus hieß es: "Das Gebäude kommt in die Verwertung — es wird entweder abgerissen, verkauft oder wieder vermietet." Der BLB hat sich nun zu einem Verkauf entschlossen: "Das Verkaufsverfahren wird vorbereitet, ein Exposé erstellt", sagte gestern ein BLB-Sprecher. Mit Blick auf die Meistermann-Fenster habe sich die Stadt an die Bezirksregierung gewandt und eine Stellungnahme erbeten. Die sei aber noch nicht eingetroffen, so der Liegenschaftsbetrieb.

Weiter ist der BLB dagegen mit der Vermarktung der Immobilie des ehemaligen Finanzamtes West am Merscheider Busch: Die 3700 Quadratmeter Bürofläche werden für 2,4 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Ebenso preist der BLB das Gebäude an der Kamper Straße in Ohligs an, in dem einst die Polizei und das Finanzamt für Groß- und Konzernprüfung (heute im Gleisdreieck) untergebracht waren. Für 284 000 Euro wird diese Immobilie zum Kauf angeboten.

(RP)