Spenden für ein Vereinsheim des 1. FC Solingen

Aktion: Spender machen FC-Treff am Schaberg möglich

Der 1. FC Solingen wird ein kleines Vereinsheim bauen. Dafür hat der Verein bereits über 3000 Euro an Spenden erhalten.

Der Vergangenheit nachzutrauern ist offensichtlich nicht die Sache von Peter Deutzmann: „Wir fühlen uns hier wohl, die Anlage ist super“, sagt der Vorsitzende des 1. FC Solingen, ehemals OFC, über die neue Spielstätte seines Vereins an der Herbert-Schade-Sportanlage am Schaberg. Nur eine Sache habe bisher gefehlt: ein Vereinsheim. Diese Lücke wollen er und seine Mitstreiter in absehbarer Zeit schließen: Schon Ende Januar soll der Rohbau des neuen, kleinen Vereinshauses mit einer Fläche von 24 Quadratmetern stehen.

Dass der Verein, der bis zum vergangenen Sommer im mittlerweile abgerissenen Stadion am Hermann-Löns-Weg beheimatet war, rasch Nägel mit Köpfen machen konnte, verdankt er vielen Unterstützern aus der Solinger Bevölkerung. Ende November startete der Club im Internet eine Spendenaktion – mit „durchschlagendem Erfolg“, wie Deutzmann erfreut feststellt: Denn die Schallmauer von 3000 Euro ist inzwischen durchbrochen. Damit sei der Rohbau bereits gestemmt. Rund 5000 Euro Gesamtkosten hat der FC für sein kleines, feines Vereinsheim veranschlagt – Theke, Bestuhlung und Ticketschalter mit inbegriffen. In der vergangenen Woche war die alte Verkaufshütte abgerissen worden, die der Sport-Ring Solingen zur Verfügung gestellt hatte.

Deutzmanns Verein hatte sich im Zuge seines notgedrungenen Weggangs aus Ohligs bewusst für eine Umbenennung von Ohligser FC in 1. FC Solingen entschieden, um sich von stadttelbezogenem „Kirchturmdenken“, wie es auf der vereinseigenen Website heißt, zu verabschieden. Diese Maßnahme habe dem Club weitere Sponsorenkreise eröffnet, berichtet Deutzmann. Sportlich läuft es zwar mit aktuell Platz acht in der Kreisliga A nicht wie erhofft. Dennoch zieht der Vorsitzende ein positives Fazit der letzten Monate.

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Mit dem FC-Treff wolle der Verein ein Gefühl von Heimat aufbauen, sagt Deutzmann. Und das ist nur ein Schritt: Denn der Club, der derzeit nur eine Mannschaft in der Kreisliga A gemeldet hat, arbeitet am Aufbau seiner Jugendabteilung. Auch ein Damenteam ist in Planung. Doch für derartige Maßnahmen brauche es auch eine gewisse Standortsicherheit. „Wir können den Eltern nicht vermitteln, dass wir dann bald wieder etliche Kilometer weiter gezogen sein werden“, spricht Deutzmann das Dilemma des Clubs an. Der soll eigentlich nur vorübergehend am Schaberg spielen – so lange, bis der neue Platz an der Höher Heide fertig ist. „Wir hoffen, dass wir im Sommer dieses Jahres mit den Arbeiten starten können und im Sommer 2020 fertig sind“, sagt derweil Horst Schulten, Leiter des Stadtdienstes Sport und Freizeit. Dazu wartet die Stadt jedoch noch auf einen Förderbescheid des Bundes. Derzeit fehle es an Ausweichzeiten für Vereine mit vielen Mannschaften, der neue Platz sei daher unabdingbar.

Ob der 1. FC Solingen aber tatsächlich eines Tages vom Schaberg nach Aufderhöhe weiterziehen wird, scheint noch nicht einmal endgültig sicher, wie Deutzmann anklingen lässt: „Es steht in den Sternen, ob wir dann noch wegwollen.“

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