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Solingen: Spektrum ist mit Privatschul-Entwicklung zufrieden

Solingen : Spektrum ist mit Privatschul-Entwicklung zufrieden

Das Bergische Bläserquartett empfing die Gäste im Veranstaltungsraum des Deutschen Klingenmuseums mit der Eurovisionshymne: "Zusammenleben mit Vielfalt" ist das zentrale Motto des "Spektrum Bildungs- und Dialogverein", der Schüler auf ihrem Bildungsweg unterstützen, aber auch den Austausch zwischen den Kulturen erleichtern will. Mit seinem Empfang in Gräfrath läutete der Verein nicht nur das neue Geschäftsjahr ein, sondern feierte auch sein zehnjähriges Jubiläum. Begonnen hatte alles im März 2003 mit der Initiative von mehreren Freunden. "Wir haben uns gefragt: Was können wir für unsere Gesellschaft leisten?" erinnerte sich Necattin Topel, Vorsitzender des Vereins.

Als Jugendlicher war er aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Schnell wurde der Apotheker mit der fehlenden Chancengleichheit von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem konfrontiert: "Keines meiner Kinder hat eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten, heute ist einer erfolgreich im Studium, die beiden anderen besuchen ein Gymnasium und kommen sehr gut zurecht", erzählte der 42-Jährige. So gehe es "Spektrum" auch darum, den Anteil von Kindern aus Einwandererfamilien an Gymnasien und Realschulen zu erhöhen. Das Engagement des Vereins zieht im bergischen Städtedreieck weite Kreise: In Solingen nehmen derzeit 57 Kinder und Jugendliche die Nachhilfe- und Beratungsangebote des Bildungszentrums wahr – eine Zahl, die über die vergangenen Jahre weitgehend konstant geblieben ist.

Neben den Grundfächern Mathematik, Deutsch und Englisch bietet der Verein unter anderem auch Kurse zur Abiturvorbereitung an. "Wenn sich mehr als drei Kinder für ein Nebenfach wie Erdkunde zusammenfinden, gibt es auch darin einen Kurs", sagte Necattin Topel. Einige der früheren Schüler sind inzwischen selbst als Nachhilfelehrer tätig. Den kulturellen Dialog, vor allem zwischen Kindern deutscher und türkischer Abstammung, will der Verein durch die Beteiligung an verschiedenen Wettbewerben und Exkursionen stärken.

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Ein weiteres ehrgeiziges Projekt realisierte Spektrum kurz hinter der Stadtgrenze zu Wuppertal: Im Februar 2010 rief die Initiative die private Realschule Boltenheide ins Leben. Ab diesem Sommer wird es dort erstmalig eine zehnte Jahrgangsstufe geben. Die Anmeldezahlen für die neue fünfte Klasse werden voraussichtlich im Bereich der Vorjahre bei rund 30 bis 35 Schülern liegen, prognostizierte Schulleiterin Inge Sassin. Aktuell werden an der Schule Boltenheide 153 Schüler unterrichtet, immer mehr davon auch ohne Migrationshintergrund. "Wir hätten nicht gedacht, dass unsere Idee solche Früchte trägt", sagte Necattin Topel nicht ohne Stolz.

Am Samstag, 16. Februar, 11 und 16 Uhr, veranstaltet die Realschule Boltenheide, Boltenheide 4, in Wuppertal-Vohwinkel einen Tag der offenen Tür. Anmeldebeginn für die 5. Klassen ist der 18. Februar.

(ied)