1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: SPD befragt Mitglieder über Zukunftsrichtung

Solingen : SPD befragt Mitglieder über Zukunftsrichtung

Den etablierten Parteien laufen die Mitglieder weg. Ein Problem: Der Basis sind die Entscheidungen an der Spitze oft von zu wenigen getroffen worden. Um gegenzusteuern, will nun die SPD für sich neue Wege gehen. So soll es Vorwahlen zu wichtigen Entscheidungen von Partei- oder Fraktionsspitze geben, an denen auch Leute mitwählen können, die kein SPD-Parteibuch haben.

Um die Stimmung in den Ortsvereinen zu diesem Vorschlag abzufragen sowie weitere Punkte für die Zukunft zu klären, hat der Solinger SPD-Unterbezirk eine Mitgliederbefragung gestartet. Auch zu dem Thema, wer künftig auf Parteitagen wahlberechtigt ist. Derzeit setzten die Genossen hier vor Ort noch auf das alte Delegiertensystem. Jeder Ortsverein entsendet nach seiner Größe Stimmberechtigte. Das bedeutet, dass jedes Parteimitglied künftig mit seinem Erscheinen auf einem Parteitag mitbestimmen könnte, wer ins Rennen um die Oberbürgermeisterwahl geht. Die Befragung läuft nach Angaben von Dr. Kay Zerlin, Vorsitzender der Solinger SPD, den ganzen Oktober. Die Auszählung der Wahlzettel findet am 31. Oktober, 18 Uhr öffentlich durch die Schiedskommission des Unterbezirks im Parteibüro statt. Zerlin beruhigte in einer Pressemitteilung, dass Mitgliederbefragungen künftig nicht die Diskussionen in den Ortsvereinen, den Arbeitsgemeinschaften oder auf dem Parteitag ersetzen sollen.

Vergangenen Donnerstag diskutierte Zerlin mit rund 20 Parteimitgliedern über die Anstöße. Es sei eine interessante, teils auch emotionale Diskussion gewesen, berichtete er im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihm sei klar, dass Erneuerungen nicht immer einfach umzusetzen seien – denn letztlich muss man sich als Mitglied einer Partei ja inhaltlich mit ihr identifizieren. "Viele Mitglieder fragen sich natürlich auch, wann es um Inhalte geht." Derzeit seien viele Änderungen vor allem bürokratischer Natur. Und, auch dessen ist sich Zerlin bewusst, diese jetzt geplanten Umstellungen ziehen auch jede Menge Arbeit nach sich. Und das loslassen wollen und können von all dem, was man immer schon so gemacht hat.

(RP)