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Solingen: SPD: alte Brücke neu bauen

Solingen : SPD: alte Brücke neu bauen

Ein Sanierungsneubau könnte die Lösung für die Zukunft der Müngstener Brücke sein, sagt die Solinger SPD. Auch in Remscheid wächst die Sorge, dass die Bahn das Denkmal durch einen Beton-Neubau ersetzen will.

Mit einem neuen Vorstoß bringt die Solinger SPD Bewegung in die Diskussion um die Zukunft der Müngstener Brücke. In einer Pressemitteilung macht sich Fraktionsvorsitzender Ernst Lauterjung für einen "Sanierungsneubau" der 113 Jahre alten Brücke stark. Damit will man Überlegungen der Deutschen Bahn entgegentreten, "das historische Denkmal durch einen Beton-Neubau zu ersetzen", so Lauterjung.

Neue Brücke nach alten Plänen

Dass diese Idee bei der Bahn weiterhin ernsthaft erwogen wird, liest die SPD aus einer Mitteilung des Bahnbevollmächtigen Rainer Latsch, die gestern dem Verkehrsausschuss des Landtags in Düsseldorf vorgestellt wurde. In dem Papier ist neben einer Sanierung alternativ immer von einem "Neubau" die Rede. Offenbar wird der Bahn die Sanierung zu teuer.

Dass der Müngstener Brücke von der Bahn zudem nach einer Sanierung ab 2016 nur 30 Jahre weitere Lebenszeit zugetraut werden, lässt die Solinger SPD von einem Neubau nach historischem Vorbild träumen. Eine behutsam nach alten Plänen aufgebaute neue Stahlbrücke sei (..) die einzige Lösung für das gesamte Tourismuskonzept des Brückenparks", so Lauterjung.

Vorbild für die Idee ist die Sanierung der Wuppertaler Schwebebahn, deren altersschwache Stahlträger in den vergangenen Jahren schrittweise ersetzt wurden. Das geschah mit langen Pausen im laufenden Betrieb. Ein Vorgehen, dass bei einem Neubau der Brücke natürlich nicht machbar sei, sagte SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schreiber. Das Vorgehen der Bahn verärgert auch den Remscheider SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf.

Bereits im Januar, als die Bahn im Brückenpark Müngsten vor Vertretern des Städtedreiecks einen Neubau als Alternative zur Sanierung der 113 Jahre alte Brücke ins Spiel brachte, habe die Politik der Bahn eindeutig klar gemacht, dass dies überhaupt nicht infrage komme, sagte Wolf. Alarmiert zeigt sich Wolf auch über die Aussage von Latsch, dass die Bahn erst Ende 2012 über die Frage Grundsanierung oder Neubau entscheiden will.

Dies widerspreche den Aussagen aus dem Januar. Von der Nennung eines konkreten Termins, wann die Brücke nach den aktuellen Verstärkungsmaßnahmen wieder für den Bahnverkehr geöffnet werden soll, wird im Bericht der Bahn "abgesehen". Er habe "große Sorge", dass sich auch der Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes weiter verzögere, sagte Wolf.

Dazu passt die Information unserer Zeitung, wonach die Bahn für den Bus-Ersatzverkehr Verträge geschlossen hat, die bis zum Ende des Jahres Gültigkeit haben. "Die Bahn sollte sich darauf konzentrieren, das Bergische Wahrzeichen zu sanieren, anstatt auf einen Neubau zu spekulieren", erklärt CDU-Landtagsabgeordneter Arne Moritz. Es könne nicht angehen, so der Solinger, dass die Bahn das Bauwerk über Jahrzehnte verkommen lässt und dann — möglichst noch unter Beteiligung des Steuerzahlers — Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke ersetzen will.

Bahn erschien nicht zur Sitzung

Zur gestrigen Sitzung des Landtagsausschusses Bauen Wohnen und Verkehr sei kein Vertreter der Bahn erschienen, lediglich eine schriftliche Stellungnahme sei vorgelegt worden, kritisieren die Solinger SPD-Landtagsabgeordneten Iris Preuß-Buchholz und Josef Neumann. Missverständliche Formulierungen in der Stellungnahme hätten so nicht mit der Bahn geklärt werden können. Das soll nun im Juli geschehen. "Ein Ersatzbau aus Beton kommt für uns nicht infrage. Diese Brücke ist ein einmaliges Bauwerk — ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Bergischen Landes", betonen die beiden Politiker.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Müngstener Brücke

(RP)