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Spar- und Bauverein Solingen investiert weiter

Spar- und Bauverein Solingen : Genossenschaft investiert weiter kräftig

Neubauprojekte setzt der Spar- und Bauverein Solingen derzeit in der Siedlung Böckerhof um. In absehbarer Zeit soll auch in den Siedlungen Weyersberg und im Bereich Hacketäuerstraße modernisiert werden.

Der Spar- und Bauverein Solingen (SBV) will auch in diesem Jahr am hohen Investitionsvolumen der vergangenen Jahre festhalten. 23,1 Millionen Euro sollen in Instandhaltung (zehn Millionen), Modernisierung (8,7 Millionen Euro) und Neubauten (4,1 Millionen Euro) fließen, erklärte Vorstandsmitglied Jürgen Dingel. Restarbeiten in der Siedlung Wasserturm stehen ebenso an wie das bereits laufende Neubauprojekt am Argonner Weg/Wittekindstraße in der Siedlung Böckerhof. „Wir bringen den Wirtschaftskreislauf in Solingen zum Rotieren, wir sind ein Stabilitätsfaktor“, sagt SBV-Vorstandsvorsitzender Ulrich Bimberg mit Blick auf über 200 Millionen Euro, die von der größten Wohnungsbaugenossenschaft des Rheinlandes seit dem Jahr 2000 in den Bestand, aber auch in Neubauten investiert worden sind.

Ziel des SBV ist es nicht nur, bezahlbaren Wohnraum vorzuhalten und zu schaffen, „wir wollen auch Qualität bei unseren Projekten umsetzen“, so Bimberg. Alles sei auf Nachhaltigkeit gesetzt, und auch soziale Gesichtspunkte würden eine Rolle spielen.

Ulrich Bimberg ist Vorstandsvoritzender des Spar- und Bauvereins Solingen. Foto: Peter Meuter

Bei einer Durchschnittsmiete von 5,79 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche wird deshalb bei Modernisierungen des Bestandes stets darauf geachtet, was den Mietern zugemutet werden kann. Da kann es sein, dass Bewohner auf einen Balkon verzichten, weil sonst die Miete zu hoch wird. „Lebenslanges Wohnen – das ist bei uns nicht nur ein Slogan, sondern ein Wert, den wir nicht infrage stellen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Hans-Werner Bertl.

Gleichwohl gibt es auch beim SBV neue Wohnungen, für die Mieter tiefer in die Tasche greifen müssen. So beim derzeitigen Bauprojekt „Generationen Wohnen Böckerhof“. Hier entstehen an der Ecke Argonner Weg/Wittekindstraße im ersten Bauabschnitt 33 Wohnungen, davon sind neun öffentlich gefördert. Bezugsfertig sind die bis zum Ende dieses Jahres, auch 38 Tiefgaragenplätze gehören zum Bauprojekt. Für die frei finanzierten Wohnungen beträgt die Miete 9,65 Euro/je Quadratmeter. Die Wohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte und Senioren sind begehrt: „Uns liegen über 200 Bewerbungen vor“, sagt Ulrich Bimberg.

Voraussichtlich noch Ende dieses Jahres wird das Projekt Böckerhof fortgesetzt. Geplant ist in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt eine viergruppige Kindertagesstätte, im Mittelbereich des Argonner Wegs sollen ab 2021 drei weitere neue Häuser mit 27 barrierefreien Generationenwohnungen gebaut werden. Bis Mitte 2022 könnte das insgesamt über 13 Millionen Euro teure Neubauprojekt im Böckerhof umgesetzt sein.

Bei Investitionen in die Siedlungen geht der Spar- und Bauverein Solingen ohnehin strategisch vor. Bei einer Strategieklausur im Herbst werden neue Projekte besprochen. Nach dem Böckerhof zeichnet sich unter anderem ein Bauprojekt in der Siedlung Weyersberg ab. Aber auch im Bereich Hacketäuer Straße/Klingenstraße sind Investitionen vorgesehen.

Das Coronavirus hat aber auch Einfluss auf die Abläufe der Genossenschaft. Erstmals seit Jahrzehnten kann deswegen nicht wie vorgesehen – geplant war am 20. Juni – die Vertreterversammlung zusammenkommen. Der gehören 153 Personen an. „Die Vertreterversammlung wird in die zweite Jahreshälfte verschoben. Dann kann das Parlament des SBV auch die vorgesehene Dividendenausschüttung vornehmen“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Bertl.

Sollte wegen der Pandemie auch in den nächsten Monaten kein Treffen möglich sei, wolle man einen entsprechenden Beschluss im schriftlichen Verfahren durchführen.