Solingen: Sorge wegen gewaltbereiter Rückkehrer

Solingen : Sorge wegen gewaltbereiter Rückkehrer

Die Salafisten-Szene in Solingen ist nach der Großrazzia in der Millatu Ibrahim Moschee äußerlich ruhig, doch bleibt sie weiter unter strenger Beobachtung der Sicherheitsorgane. Der Landesverfassungsschutz stuft Solingen/Wuppertal weiterhin als eine Hochburg der Salafisten ein, bestätigt Jörg Rademacher.

Pressesprecher im NRW-Innenministerium. Robert B. könnte der erste deutsche Salafist sein, der sich selbst in die Luft gesprengt hat. Eine offizielle Bestätigung seines Todes gab gestern auch das NRW-Innenministerium nicht. Der frühere Fußballjugendnationalspieler Burak Karan (26), der ebenfalls zeitweise in Solingen lebte und Kontakt zur Ibrahim-Moschee hatte, war Ende 2013 in Syrien bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen.

Besondere Sorge bereitet den Sicherheitsorganen, dass deutsche Kämpfer aus Syrien in ihre Heimat zurückkehren und dort die Situation neu anfeuern. "Das sind gefährliche Leute", hatte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen am Sonntag in einem Zeitungsinterview gewarnt. Von einem "Sicherheitsrisiko" spricht auch Ministeriumssprecher Rademacher. "Es gibt bereits Rückkehrer aus den Kampfgebieten in NRW", sagt Rademacher. "Sie sind ideologisch aufgeladen und im Umgang mit Waffen geschult."

Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass deutsche Salafisten wie der Solinger Robert B. im Fall einer Rückkehr sich bevorzugt auch dorthin orientieren könnten, wo sie hergekommen sind, also auch ins Bergische. Die Sicherheitskräfte sind alarmbereit: "Polizei und Verfassungsschutz halten die Szene weiterhin fest im Auge", sagt Rademacher — "auch in Solingen."

(RP)
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