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Solingen: Sorge um Schloss Burg

Solingen : Sorge um Schloss Burg

Der Sanierungsstau geht in die Millionen. Auch wenn Minister Lutz Lienenkämper versprach, das Land werde mit den Anteilseignern nach tragbaren Finanzierungskonzepten suchen, bleibt die Sorge um die Zukunft der Burg.

Nicht auszudenken, wenn sich der Stein aus der Mauer des ehrwürdigen Bergfrieds zu Zeiten gelöst hätte, als Besucher im Schlosshof waren. Zum Glück löste sich der Brocken vor einigen Wochen aus dem Mauerwerk kurz nach 19 Uhr, als die Schlosspforte gerade geschossen worden war. Inzwischen ist der Eingang notdürftig überbaut, damit die Besucher geschützt sind, wenn sich erneut ein Teil des Mauerwerkes lösen sollte. Zusammen mit den maroden Holzbalkonen, die schon im vergangenen Jahr gesperrt werden mussten, ist der Bergfried so zu einem echten Sorgenkind geworden. "Wir müssen dringend die Balkone am Bergfried wieder sicher machen, sagt der Vorsitzende des Schlossbauvereins, Klaus-Dieter Schulz. Eine vergleichsweise kleine Summe von zirka 12 000 Euro wäre schon ausreichend. Hinzu kämen noch einmal rund 20 000 Euro für die Mauersanierung.

Batterieturm saniert

Dieses Geld steht in jener Liste, die das Land unlängst ablehnte für den laufenden Etat, weil sie zu spät eingereicht wurde. Da konnte auch NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper bei seinem gestrigen Besuch auf Schloss Burg nichts mehr ändern. Doch zur Wiedereröffnung des Batterieturms, zu dem das Land 192 500 Euro gegeben hat, versprach er den Anteilseignern, den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal, das Land werde sie bei der Suche nach einem "tragbaren Finanzierungskonzept" nicht alleine lassen.

Dennoch, die Sorge um den ehemaligen Stammsitz der Grafen von Berg ist auch bei Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith groß. "Eigentlich bräuchten wir Millionen, so groß ist der Sanierungsstau", sagte er an den Minister gewandt, denn Schloss Burg müsse das lebendige Wahrzeichen des Bergischen Landes bleiben.

Diese Auffassung vertritt auch Annette Nothnagel von der Bergischen Entwicklungsagentur. Vieles liefe schon gut, doch man müsse das Schloss und den gesamten Stadtteil noch besser vermarkten. "In Düsseldorf und Köln kennen viele Schloss Burg nicht", sagte die Touristikexpertin.

Anziehungspunkt für auswärtig Besucher soll ein neuer Laden werden, der in der alten Schule unweit des Haupteingangs der Burganlage entstehen soll. Wie der Burger Bezirksvorsteher Paul Westeppe erklärt, ist dies ein Projekt des Schlossbauvereins, des Verschönerungsvereins und der Bezirksvertretung. In dem Laden, der mit ehrenamtlichen Kräften ähnlich wie ein Museumsshop betrieben werden soll, können Spezialitäten aus den drei bergischen Städten angeboten werden. Westeppe ist sicher, dass die Besucher von Burg ein solches Angebot dankbar annehmen werden.

Am 18. Mai wird erst einmal das nächste Gespräch zwischen Vertretern der drei bergischen Städte und den Verantwortlichen im Land über mögliche finanzielle Hilfen für Schloss Burg stattfinden.

(RP)