Solinger Zöppkesmarkt gestartet

Zöppkesmarkt 2018 : Der Jubiläums-Zöppkesmarkt ist gestartet

Seit Freitag steht die City im Zeichen des 50. Zöppkesmarktes. Bei der Mahlzeit kamen 35.000 Euro zusammen.

50-mal Zöppkesmarkt – und zahlreiche Solinger waren seit 1969 regelmäßig dabei. Einige Hände gingen in die Höhe, als Falk Dornseifer gestern Nachmittag bei der offiziellen Eröffnung auf der Mühlenplatz-Bühne danach fragte. Dornseifer, der für den ausrichtenden Verein zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums sprach, war 1969 erst fünfeinhalb Jahre alt. „Ich glaube, als Zehnjähriger fing es für mich mit den Besuchen an. Ich bin stolz darauf, hier stehen zu dürfen.“

Den Stolz sah man auch Stella Wendt, Miss Zöpfchen 2017, und ihrer Nachfolgerin Lara Armbrüster an. Wendt: „Es war ein wunderschönes Jahr. Die Proklamation war der glücklichste Tag in meinem Leben.“ Ihre Nachfolgerin ist nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch eine Cousine dritten Grades von Kim Armbrüster, Miss Zöpfchen 2006. „Ich freue mich auf ein unglaubliches Jahr“, sagte Lara Armbrüster, als der 21-Jährigen die Schärpe überreicht wurde. Auf Platz 2 und 3 kamen Julia Roth (17) und Jenny Riegel (22).

„Zöppkesmarkt ist wie ein Klassentreffen, das man nicht abgesprochen hat“, charakterisierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach das Fest, bevor er sich eine Lederschürze überstreifte und ein Fässchen Kölsch anschlug – wobei das Freibier bis ins Publikum spritzte. Kurzbach: „Falk Dornseifer hat mich mit links anschlagen lassen.“ Am gegenüberliegenden Bierstand des Rotary Clubs Solingen-Klingenpfad amüsierten sich Kämmerer Ralf Weeke, Unternehmer Christian Löwe (Heute) und Prof. Dr. Lutz Becker. Viel Gerstensaft hatten sie seit 11 Uhr noch nicht verkauft, aber das Wetter wurde ständig besser.

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Dabei waren erfahrene Zöppkesmarkt-Besucher schon beim Aufbau der Stände vor Ort, um sich die besten Schnäppchen zu sichern. „Das geht schon beim Auspacken der Kisten los“, erläuterte Bernd Clemens vom Förderverein der Städtepartnerschaft mit Blyth, der zum ersten Mal am Zöppkesmarkt teilnimmt und sich dafür ein Zelt vom Nümmener Heimatverein geliehen hat. „Wir können jeden Wunsch abdecken“, warb Clemens, früher Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, für das bunte Angebot vom Atari 800 XL „mit externer Festplatte“ über Rollschuhe bis zu Orgelpfeifen. Und Erinnerungen an frühere Märkte gibt es gratis: „Mit der Komba-Jugend haben wir Anfang der 70er Jahre erste, zweite und dritte Preise bei den Spaßgruppen geholt.“

Spaßgruppen zeichnen den Zöppkesmarkt ebenso aus wie das karitative Engagement (OB Kurzbach: „wenn wir uns füreinander einsetzen“) und die Zöppkesmahlzeit. „Das ist eine Veranstaltung, die ich ungern misse“, betonte Michael Voos, Geschäftsführer des IT-Anbieters M 94, am Stand der Kinder-Kochwerkstatt. „Dafür habe ich sogar schon ein Schalke-Spiel gegen Bayern sausen lassen.“

Gelsenkirchener? Münchener? „Der Solinger ist nachweislich der Gipfel der Evolution – zumindest im Bergischen Land“, rückte Rolf Beyer am Abend die Verhältnisse zurecht. Der ehemalige Oberstaatsanwalt hielt im Clemenssaal die mit vielen Seitenhieben gespickte vergnügliche Zöppkesmahlzeitrede auf „unser akademisches Solingen“ und die „Solingologie“. Da plätscherte der „erst vor wenigen Jahren entdeckte“ Kurzbach „sanft, aber ungezähmt und uferlos durch Solingen“, während sich die „inzwischen gut erforschte Sparsamkeit des Solingers . . . ausschließlich auf sein Privatvermögen“ erstreckte.

Was für manche Entscheidung der Würdenträger gelten mag. Bei der Zöppkesmahlzeit griffen die Gäste aber wieder gerne in die eigene Tasche: Gestern Abend kamen 35.000 Euro für einen guten Zweck zusammen. Insgesamt sind es jetzt fast 1,1 Millionen Euro.