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Solinger wollen aus Angst keine neue Bank-Filiale mehr

Bank-Filiale : Anwohnerinnen fordern Schließung

Nach der dritten Geldautomatensprengung ist das Sicherheitsgefühl getrübt.

(KDow) Zyniker könnten behaupten, für Brigitte Bertrams sowie ihre Nachbarinnen Walburga Olschewski, Birgitt Schroer, Birgit Müller und Inge Krieger ist nach der dritten Geldautomatensprengung in der Selbstbedienungsfiliale der Deutschen Bank in Wald so etwas wie bittere Gewohnheit eingekehrt. Die fünf Solingerinnen wohnen teils als Eigentümerinnen, teils als Mieterinnen in dem Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße, in dem sich die Zweigstelle befindet, die zuletzt im April von Kriminellen heimgesucht wurde. Sie fordern, dass die Filiale endgültig geschlossen wird.

„Über uns schwebt immer die Angst, dass so etwas wieder passiert“, sagt Walburga Olschewski. Bei ihr habe der neuerliche Vorfall ernsthafte gesundheitliche Beschwerden ausgelöst – sie sei infolgedessen wegen Tinnitus und Angstzuständen behandelt worden, sei sogar im Krankenhaus gewesen. Auch an die erste Automatensprengung im Jahr 2016 könne sie sich noch genau erinnern: „Ich schlafe immer bei offenem Fenster. Kurz vor der Detonation habe ich noch wispernde Männerstimmen gehört. Als es dann einen lauten Knall gab, habe ich zuerst eine Schießerei vermutet.“ Schon der erste Vorfall habe ihr einen gewaltigen Schrecken eingejagt.

Ihre Nachbarin Inge Krieger kann nicht nachvollziehen, warum es offenbar nicht möglich ist, die Geldautomaten wirkungsvoll zu sichern: „In den Niederlanden hatte man ja auch lange ein Problem mit den Automatensprengungen – bis die Maschinen technisch nachgerüstet wurden. Sobald dort jemand Gas einleitet, springt eine Vernebelungsanlage an, und die Täter können nichts mehr sehen. Das scheint bei uns ja leider nicht möglich zu sein“, bedauert die Walderin. Das Sicherheitsgefühl in dem Wohnhaus sei derweil nachhaltig getrübt, betont Brigitte Bertrams.

Die Deutsche Bank ist Mieterin der Stadt-Sparkasse Solingen – aus „Gründen der Vertraulichkeit“ könne diese aber keine näheren Angaben über den Fortbestand des Mietverhältnisses machen, teilt Sparkassen-Sprecher Martin Idelberger auf Anfrage mit. Gleichsam in Schweigen hüllt man sich bei der Deutschen Bank: „Unsere ergebnisoffene Prüfung hinsichtlich der Zukunft der SB-Stelle in Solingen-Wald ist noch nicht abgeschlossen“, heißt es denkbar knapp aus der Pressestelle.