Solinger „Wald-Arbeiter“ ziehen an einem Strang

Stadtteil stärken : „Wald-Arbeiter“ ziehen an einem Strang

Eine Gruppe ehrenamtlich tätiger Walder will den Stadtteil stärken. Stadtteilmanager soll schnell installiert werden.

Es ist der älteste Solinger Stadtteil, der durchaus mit einigen Leuchtturmprojekten wie den Theatertagen, der Jahnkampfbahn, dem Freibad/Eislaufanlage Ittertal oder der Sportschule NRW punkten kann. Doch geht es nach einer Gruppe ehrenamtlich tätiger Personen, dann muss Wald jetzt schnell weiterentwickelt werden, und zwar auch mit Hilfe öffentlicher Investitionen: Die „Wald-Arbeiter“ fordern mehr Tempo vor allem bei der Umsetzung des integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes.

Konkret wird zunächst ein erfahrener Stadtteilmanager gefordert, der für Walder Projekte Fördertöpfe akquiriert und die notwendigen Prozesse bündelt. „Die Finanzierung muss in den städtischen Haushalt 2020 aufgenommen werden“, erklärten am Donnerstag im ehemaligen Walder Rathaus die „Wald-Arbeiter“. Dahinter stehen 13 Personen: Der Unternehmer Horst Gabriel (Emde GmbH), der Schulleiter der Friedrich-Albert-Lange-Schule, Peter Wirtz, Rainer Francke (Werbering), Guido Rohn (Förderverein Jahnkampfbahn), Wolfgang Klauke (Bürgerverein), Florian Müller (Die 2 Immobilien), Pfarrer Bernd Reinzhagen, Hartmut Lemmer (Förderverein Ittertal), Prof. Dr. Lutz Becker (Hochschule Fresenius), Dr. Hans-Joachim Müller Stöver (Denkmalstiftung) sowie Frederick Meissner und Bianca Sevenig von B.druckt/Kreativwerkstatt und der Geschäftsführer des Junkerwerks, Alexander Linder. „Wir sind keine abgehobenen Vögel, sondern im wahrsten Sinne des Wortes Wald-Arbeiter“, betont Horst Gabriel.

Ein Gegenpol zur Politik wollen die 13 engagierten Walder nicht sein. „Wir wollen den Stadtteil in die Zukunft ausrichten“, sagt Rainer Francke. Für Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, früher einst Bezirksvorsteher in Wald, ist eine „intelligente Verknüpfung von Gewerbe und Wohnraum“ in Wald wichtig. Das Grossmann-Gelände und das Hagus-Gelände fallen ihm hier ein, stadtnaher Wohnraum lasse sich zudem in Henshauser Feld schaffen. Es geht darum, neue Arbeitsplätze anzusiedeln, um Arbeitsplatzverluste der Vergangenheit (Krups, Rautenbach, Grossmann) zu kompensieren. „Wo Leute wohnen, da kaufen sie auch ein“, weiß Müller-Stöver.

„Wir sind überparteilich und sehen uns als Co-Partner der Bezirksvertretung“, sagt Guido Rohn, „es geht darum, mit Politik und Verwaltung für eine nachhaltige Entwicklung von Wald zu sorgen“. Ähnlich wie die „Jongens“ in Ohligs bringen sich die 13 Walder künftig weiter für ihren Stadtteil ehrenamtlich ein. „Wir wollen kein Stadtteildenken, aber jetzt ist Wald einmal dran“, ergänzt Rohn

Für die „Wald-Arbeiter“ ist es auch wichtig, dass die Jugendlichen im Stadtteil bleiben und ihnen entsprechende Angebote unterbreitet werden. Gefordert wird auch ein Standort für die neue Kern-Filiale der Stadt-Sparkasse „mitten in Wald“ „Wir müssen die Aufenthaltsqualität sichern und ausbauen“, sagt Peter Wirtz mit Blick auch auf die Ansiedlung junger Familien, zumal gerade Wald in Sachen Sport, Kultur und Bildung eine Menge zu bieten hat. Rainer Francke: „Nirgendwo sonst in der Stadt gibt es eine so gute Schullandschaft.“

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