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Solinger Unternehmer muss ins Gefängnis

Prozess nach Schwarzgeld-Zahlungen : Solinger Unternehmer muss ins Gefängnis

Der Chef einer Gerüstbaufirma soll seine Angestellten um Lohn betrogen haben. Jetzt folgte am Amtsgericht Wuppertal die Quittung

Es war ein Sozialbetrug in großem Stil. Die Arbeiter einer Solinger Gerüstbaufirma hatten auf diversen Baustellen geschuftet – doch ihren Lohn erhielten die Männer teilweise nur in bar oder gar nicht. Und auch Sozialabgaben wurden nicht abgeführt. Ein Umstand, der den Geschäftsführer des Unternehmens zuletzt vor Gericht brachte. Und nicht allein dorthin. Denn der 32-Jährige wurde jetzt vom Amtsgericht Wuppertal zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Wie das Hauptzollamt Düsseldorf am Montag mitteilte, war der Millionen-Betrug nach umfangreichen Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit ans Tageslicht befördert worden. So hatten die Fahnder der Behörde am Standort Wuppertal festgestellt, dass der mehrfach vorbestrafte Mann im Zeitraum zwischen Januar 2014 sowie Mai 2016 Arbeitnehmer in einem deutlich höheren Umfang beschäftigt hatte, als er später gegenüber den Einzugsstellen für die fälligen Sozialbeiträge angab.

Um die Gewinne sowie die Schwarzgeldzahlungen an die Arbeiter zu verschleiern, verwendete der Unternehmer sogenannte Abdeckrechnungen, wozu der jetzt Verurteilte über einen Strohmann eine Scheinfirma gründete. Diese schrieb dann wiederum die erwähnten Abdeckrechnungen an den Gerüstbau-Betrieb des Solingers. Ein Geschäftskonstrukt, das allem Anschein nach blühte. Denn am Ende belief sich die Schadenssumme auf einen Betrag in Höhe von mehr als 1,8 Millionen Euro.

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In dem Gerichtsverfahren zeigte sich der Angeklagte dann vollumfänglich geständig, hieß es nun vonseiten des Hauptzollamtes. Diese Kooperationsbereitschaft wirkte sich bei der Strafzumessung positiv aus. Allerdings ist die ganze Angelegenheit für den 32-Jährigen noch längst nicht beendet. Denn laut Gericht muss er den entstandenen Schaden bei der Sozialversicherung, der Sozialkasse und der Berufsgenossenschaft ausgleichen.