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Solinger und Remscheider Maler- und Lackierer-Innung kooperieren

Bergische Zusammenarbeit : Solinger und Remscheider Maler- und Lackierer-Innung kooperieren

Auszubildende aus beiden Städten bekommen in der Lehrwerkstatt am Oligschlägerweg zusätzliches Rüstzeug für die Ausbildung.

Vor vier Jahren fusionierten die Kreishandwerkerschaften von Solingen und Wuppertal. Die einzelnen Innungen blieben gleichwohl selbstständig und autark, einzelne waren ohnehin schon über die Stadtgrenzen hinaus organisiert. Seit Sommer des vergangenen Jahres kooperieren jetzt die Innungen der Solinger und Remscheider Maler und Lackierer. „Die Remscheider haben damals ihre überbetriebliche Ausbildungsstätte aufgegeben – da lag eine Kooperation mit unserer Lehrwerkstatt am Oligschlägerweg nahe“, sagt Oliver Conrads. Der Obermeister der Solinger Maler- und Lackierer-Innung ist von der Kooperation angetan: „Das tut uns ganz gut.“

Zumal die Auslastung der Lehrwerkstatt auf dem Gelände des Technischen Berufskollegs am Oligschlägerweg davon sehr profitiert. „Aus beiden Städten sind jetzt 63 Auszubildende verschiedener Lehrjahre in unserer Werkstatt“, erklärt Ausbildungsleiter Stefan Brieden.

Hier bekommen die Auszubildenden aus Solingen und Remscheid im Rahmen ihrer dreijährigen Lehre zum Maler und Lackierer zusätzliches Rüstzeug. Vertieft werden beispielsweise praktische und theoretische Ausbildungsinhalte, die im Betrieb nicht zu 100 Prozent angeboten werden können. Überdies wird in der Lehrwerkstatt auf Zwischenprüfungen und die Gesellenprüfung vorbereitet. „Während ihrer Ausbildung sind die Auszubildenden insgesamt acht Wochen in der Lehrwerkstatt“, so Stefan Brieden.

Dass nach der Fusion der Kreishandwerkerschaften Solingen und Wuppertal die Maler und Lackierer aus der Klingenstadt mit der Remscheider Innung kooperieren, liegt laut Obermeister Oliver Conrads auch daran, dass die Wuppertaler Innung seit Jahren bereits mit der Innung in Mettmann zusammenarbeitet. Am Dienstagabend stellten der Solinger Innungs-Vorstand um Conrads und seinem Stellvertreter Hans-Joachim Fischer die Lehrwerkstatt ihren Remscheider Kollegen nochmals vor. „Die Kooperation mit Remscheid ist für uns wichtig“, betont Oliver Conrads.

Jugendliche für das Maler und Lackierer-Handwerk zu begeistern – für die klingenstädtische Innung ist das seit Jahren eine Herausforderung. „Wir beteiligen uns an allen möglichen Veranstaltungen wie beispielsweise an verschiedenen Ausbildungsmessen“, sagen Conrads, Brieden und Fischer. Manchmal entspreche die Resonanz der Jugendlichen aber nicht den Erwartungen.

Dennoch: Die Maler und Lackierer lassen nichts unversucht, um für ihr Handwerk zu werben. So gibt es beispielsweise auch einen Austausch mit der Bergischen Universität, der durch einen Lehrer des Technischen Berufskollegs zustande kam. „Auszubildende von uns gehen so ins Labor der Materialprüfern der Universität, um zu sehen, wie unter anderem Farben auf Nassabrieb reagieren“, erzählt Obermeister Oliver Conrads. Auf der anderen Seite kommen Studenten in die Lehrwerkstatt, um beispielsweise Applikationsverfahren kennenzulernen. „Das läuft jetzt im vierten Jahr – es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, freut sich Conrads.

Er und Stefan Brieden sind aber auch unter die Dozenten der Junior Universität Wuppertal gegangen. Sie bieten dort jetzt über acht Wochen Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren den Kursus „Berufscheck für Farbenfrohe – das Maler- und Lackierer-Handwerk“ an. Conrads: „Wir sind von der Junior Universität angesprochen worden. Der Kursus läuft nun vier Wochen an der Junior Uni und vier Wochen in unserer Lehrwerkstatt.“