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Solinger Theater soll saniert werden

Theater und Konzerthaus Solingen : Theater und Konzerthaus ist Sanierungsfall

Das Haus an der Konrad-Adenauer-Straße ist 55 Jahre alt. Deshalb entspricht es etwa in Sachen Brandschutz schon lange nicht mehr modernen Standards. Eine Renovierung soll auf Basis einer inhaltlichen Neukonzeption erfolgen.

Tausende von Veranstaltungen und eine Besucherzahl, die sich längst im Millionenbereich bewegt: Das Theater und Konzerthaus an der Konrad-Adenauer-Straße ist seit seiner Eröffnung 1963 zum unbestrittenen Zentrum der Solinger Kultur geworden. Doch wie bei so vielen Gebäuden aus der Nachkriegszeit sind inzwischen auch die baulichen Mängel nicht mehr zu übersehen – weswegen in den kommenden Jahren eine umfassende Sanierung des Hauses wohl unumgänglich sein wird.

Das ist eines der Resultate einer Begehung, die Verantwortliche der Stadt in der vergangenen Woche zusammen mit den Solinger Mitgliedern der Landschaftsversammlungversammlung beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) unternommen haben. Gleich mehrere Stunden hatten sich unter anderem Kulturdezernentin Dagmar Becker sowie die Politiker Bernd Krebs (CDU), Dorothee Daun (SPD) und Martina Zsack-Möllmann (Grüne) Zeit genommen, um den baulichen Zustand des Theater und Konzerthauses genau unter die Lupe zu nehmen.

Wobei relativ schnell klar wurde, dass voraussichtlich jede Menge Geld in die Hand genommen werden muss, um das Ensemble aus den frühen 60er Jahren wieder in Schuss zu bringen. „Das wird gewiss auf einen Millionenbetrag hinauslaufen“, sagte beispielsweise CDU-Mann Krebs nach dem Rundgang. Und auch Grünen-Vertreterin Zsack-Möllmann mutmaßte anschließend, die notwendigen Renovierungen – etwa in Sachen Brandschutz – würden wahrscheinlich eine siebenstellige Euro-Summe kosten.

Gelder, die indes nur dann aufzubringen sein dürften, wenn es der Stadt gelingt, entsprechende Fördermittel lockerzumachen. Womit der LVR ins Spiel kommt. Beim Landschaftsverband existiert nämlich ein Fonds zur Erarbeitung neuer Konzepte für die Kultureinrichtungen seiner Mitgliedskommunen, den sich Solingen jetzt zunutze machen will.

Denn zum einen wäre es mit Hilfe dieses LVR-Fördertopfes möglich, die inhaltliche und bauliche Ausrichtung der eigenen Spielstätte auf moderne Beine zu stellen. Und zum anderen besäße man auf Grundlage einer solchen Neukonzeption später dann die Chance, bei anderen Förderträgern wie Bund und Land weitere Mittel, diesmal für eine Sanierung sowie für einen Umbau des Theater und Konzerthauses, einzuwerben.

Der entsprechende Antrag beim LVR auf Unterstützung bei der inhaltlichen Revitalisierung des Hauses wurde bereits im zurückliegenden Frühjahr gestellt. Mit einer Entscheidung wird für Anfang kommenden Jahres gerechnet, wenn der Kulturausschuss der Landschaftsversammlung zu seiner nächsten turnusgemäßen Sitzung zusammentritt.

Sollte das Geld vonseiten des Landschaftsverbandes tatsächlich fließen, stünden 80.000 Euro zur Verfügung, mit denen eine Art inhaltlich-thematisches Gutachten erstellt werden würde, wie die zuständige Beigeordnete Dagmar Becker jetzt auf Anfrage unserer Redaktion betonte. „Es geht darum, das Theater und Konzerthaus für die Anforderungen der Zukunft fit zu machen“, sagte Becker, die parallel darauf verwies, dass schon heute in den Erhalt des Gebäudes investiert werde.

In diesem Zusammenhang nannte Becker unter anderem die Installation einer neuen Technik sowie den Einbau eines Fahrstuhls, der es seit dem vergangenen Jahr Menschen mit Gehbehinderung gestattet, nicht nur die Parterre, sondern auch das erste Obergeschoss des Theaterbaus am Schlagbaum zu nutzen.

Gleichwohl gibt es in der Solinger Politik Ideen zu einer noch viel weiter gehenden Umgestaltung. „Es wäre im Zuge einer Sanierung zu überlegen, inwieweit man das große Foyer eigentlich noch braucht. Und wie müssen nachdenken, wie der Pavillon im Eingangsbereich des Gebäudes besser eingebunden werden kann“, sagte Martina Zsack-Möllmann, derweil Bernd Krebs anregte, über die Zukunft jener Räume nachzudenken, die im Augenblick überhaupt nicht genutzt werden.

Unstrittig ist jedenfalls, dass das Theater und Konzerthaus ein sowohl konzeptionelles wie bauliches Facelifting benötigt. „Schließlich ist das Haus 55 Jahre alt“, machte Kulturdezernentin Becker deutlich, die ferner unterstrich, in den Jahrzehnten seit Eröffnung des Gebäudes sei die Zeit keineswegs stehengeblieben.

Gerade darum sei es nunmehr angebracht, über die nächsten Jahrzehnte des Theaterbaus nachzudenken und dementsprechend die Weichen in Sachen Kulturbetrieb neu zu stellen. Dagmar Becker: „Und das wollen wir gut sowie grundlegend machen, weshalb zunächst eine Neukonzeption für das Theater und Konzerthaus erstellt werden sollte.“