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Solinger Südpark: ein Treffpunkt für alle Generationen

Serie Mein Solingen : Ein Treffpunkt für alle Generationen

Der Südpark lockt mit Kunst, Begegnung und Entschleunigung.

Er ist Anziehungspunkt für Familien, für Wanderer und Fahrradfahrer, für Kunstinteressierte aus nah und fern, aber auch für Patienten, die in der Praxisklinik einen Termin für eine der rund 8000 Operationen im Jahr haben: der Südpark. Was einst ein abschreckender Ort mit verwahrlosten Güterhallen und einem heruntergekommenen Hauptbahnhof war, ist heute ein Treffpunkt für alle Generationen und alle Nationalitäten.

Möglich wurde dieser Wandel durch die Regionale 2006, die aus den Güterhallen Künstlerateliers und aus dem Hauptbahnhof einen gefragten Veranstaltungsort machte. Als Ausgangspunkt der Korkenziehertrasse sind viele Menschen mit Fahrrad, Skates oder zu Fuß unterwegs. Auf dem Bolzplatz treffen sich die Fußballbegeisterten, über den danebenliegenden Skaterplatz sausen Skater oder Biker oder eben kleine Kinder mit ihren Rollern. „Der Südpark ist die größte Kontaktstätte in Solingen“, meint Südpark-Managerin Petra Krötzsch.

Bei einem Gang durch die Güterhallen erklären die Künstler, warum man den Südpark unbedingt besuchen sollte. „Man fühlt sich hier Zuhause“, sagt Maryam Sabri vom Künstlerpack. „Hier gibt es viele verschiedene Charaktere.“ Régis Noël erklärt: „Der Südpark ist kein Monument wie die Müngstener Brücke, aber hier herrscht ein besonderer Spirit, eine besondere Stimmung. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erleben.“ Bärbel Ludwig vom „Gleis 3“ meint: „Es gibt viel Grün hier. Man kann schön draußen sitzen, kann Kaffee trinken. Hier findet Begegnung statt.“

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In der Tat bevölkern bei Sonnenschein viele Jugendliche die Wiesen, hören Musik, chillen, während vor dem Restaurant Stückgut ein kühles Getränk im Schatten der Sonnenschirme besonders gut schmeckt. „Hier ist ein Platz zum Entschleunigen“, erklärt Peter Amann. „Aber auch, um selbst kreativ zu werden.“ Natürlich ziehen die Ateliers, vor allem während der offiziellen Öffnungszeit am Sonntagnachmittag viele Leute an. „Es ist immer ein spannender Streifzug durch die Ateliers“, sagt Beatrix Deus. „Hier finden so viele unterschiedliche Ausstellungen, auch von Gastkünstlern, statt. Es herrscht eine große Vielfalt an Künstlern.“

Auch das Museum Plagiarius zählt zu den Besonderheiten des Südparks. Entstanden ist es 2007 im Rahmen des „Plagiarius-Preises“, der in jedem Frühjahr für Produkt-Kopien vergeben wird – ein Negativ-Preis. „Nur fünf Prozent der Preisträger haben ihn je abgeholt“, bemerkt Museumsmitarbeiter Holger Sann schmunzelnd. Jährlich wird eine Ausschreibung bei Firmen oder Anwälten gemacht, Produktkopien zu melden. „Es kommen pro Jahr um die 40 zusammen“, weiß Sann. Diese Plagiate schaden nicht nur den Firmen, sondern können zuweilen auch gefährlich für den Verbraucher werden. Ein weiterer Grund, den Südpark zu besuchen: Hier kann man sich einen Überblick über die Plagiate verschaffen.

Im Jahr 2013 wurde die Interessengemeinschaft „Wir im Südpark“ gegründet, deren Mitglieder unterschiedlicher nicht sein könnten: Gastronome, Künstler, Händler, Klinik, Museum und Privatpersonen. „Eine Symbiose hat sich gebildet“, freut sich Petra Krötzsch. Diese Interessengemeinschaft möchte den Südpark noch weiter nach vorne bringen. Und Petra Krötzschs heimlicher Wunsch ist: „Eine von den Zügen durchfahrbare Galerie mit Graffiti“.