Solinger Standesamt wird umgebaut

Haus Kirschheide wird umgebaut : Trauzimmer zieht ins Kunstmuseum

Das Haus Kirschheide wird ab Januar komplett saniert und behindertengerecht umgebaut.

Fast jeder in Solingen kennt es, zumindest jeder der schon einmal in der Klingenstadt geheiratet hat oder sein neugeborenes Kind angemeldet hat: das Solinger Standesamt im Haus Kirschheide. Die schmucke Villa aus dem 18. Jahrhundert soll nun behindertengerecht umgebaut und in diesem Zusammenhang auch saniert werden. Das ist für das kommende Jahr vorgesehen. Im Januar soll es mit der Sanierung losgehen. Ein halbes Jahr lang kann das Haus Kirchheide nicht genutzt werden. Hochzeiten finden dann anderenorts statt.

Das eigentliche Vorhaben ist, das Haus Kirschheide als städtische Einrichtung behindertengerecht umzubauen. Das soll einerseits über eine barrierefreie Erschließung des Erdgeschosses mit einer Hebebühne für Rollstuhl- und Elektromobil-Fahrer am rückwärtigen Anbau erfolgen. Auch die Toilettenanlagen sollen im Zusammenhang mit der Gesamtsanierung behindertengerecht umgebaut werden. Parallel erfolgen Schönheitsreparaturen samt neuem Boden und Anstrich. „Derzeit werden noch die Kosten für die Generalsanierung ermittelt“, konnte Stadtsprecher Thomas Kraft noch keine genauen Zahlen nennen.

Für die rund halbjährige Umbauzeit muss das Standesamt ausgelagert werden. Ausweichquartiere wurden bereits organisiert, wie Stadtsprecher Kraft bestätigt. So wird der komplette Standort Haus Kirschheide Ende Dezember/Anfang Januar umziehen. Die Büroarbeitsplätze werden in der ehemaligen Ausländerbehörde an der Gasstraße 22 untergebracht. Und das Trauzimmer wird in adäquate Räume des Kunstmuseums verlagert. „Weitere Feinabstimmungen zum Betriebsablauf finden derzeit noch verwaltungsintern statt“, sagt Kraft. „Menschen, die in Solingen heiraten möchten, sollen ein wirklich schönes und angemessenen Ambiente geboten bekommen. Dafür ist der Ratssaal des Kunstmuseums als Ersatz ausgesucht worden.“ Zudem sei der Ratssaal – darauf sei ebenfalls größten Wert gelegt worden – für Menschen mit Behinderungen mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar. Und die Möglichkeit, das Restaurant im Gebäudekomplex des Kunstmuseums zu nutzen, sei ebenfalls gegeben.

Damit Ehekandidaten ihren „schönsten Tag im Leben“ rechtzeitig planen können, bietet das Standesamt im Internet einen aktuellen Online-Kalender an. Hier können Heiratswillige sehen, ob ihr Wunschtermin für eine Trauung im Haus Kirschheide oder ab Januar im Kunstmuseum noch frei ist.

„Einen festen Termin für die Heirat kann man bis zu sechs Monaten im voraus buchen“, sagt Horst Strothmann, Leiter des Standesamtes. Samstags kostet die Trauung 125 Euro mehr, auf Schloss Burg oder an anderen Stellen sind es sogar 300 Euro zusätzlich. Denn nicht nur im Haus Kirscheide ist es möglich zu heiraten. Doch für den Fall, dass auch die von einem großen Garten umgebene klassizistische Villa aus dem 18. Jahrhundert nicht ganz dem Geschmack der künftigen Eheleute entspricht, gibt es nicht weniger elegante Alternativen.

Einmal im Monat bietet das Standesamt immer freitags (von April bis Dezember) in der Kemenate von Schloss Burg Trauungen an. Andere zieht es zum Schloss Grünewald. Und inzwischen kommen die Solinger Standesbeamten – übrigens fünf Frauen und drei Männer – auf besonderen Wunsch, wenn auch zu festgelegten Zeiten, an die verschiedensten Orte, die sich die Paare selbst ausgesucht haben.

Fast 60 solcher Außer-Haus-Termine bietet das Standesamt pro Jahr an – bei rund 783 Eheschließungen, die es 2017 gab. Die Liste dieser Orte ist lang und reicht vom Restaurant Rüdenstein im Tal der Wupper über das Restaurant Steinhaus im ehemaligen Hauptbahnhof, dem Kaffeehaus in Gräfrath bis zum Gewächshaus des Botanischen Gartens. „Es gibt einen deutlichen Trend zu individuellen Trauungsorten“, hat Horst Strotmann festgestellt.

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