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Solingen: Solinger sind begeisterte Ackerhelden

Solingen : Solinger sind begeisterte Ackerhelden

Die "Ackerhelden" machen es auch Großstädtern möglich, auf dem eigenen Acker Bio-Gemüse anzubauen. In Solingen ist das Projekt in dieser Saison gestartet. Für 2015 werden Anmeldungen angenommen.

Wie sieht eigentlich eine Pastinake aus? Und wie genau schmeckt eine Steckrübe? "Wunderbar, vor allem wenn das Gemüse aus dem Bio-Anbau stammt und auf dem eigenen Acker gewachsen ist", wissen Birger Brock und Tobias Paulert. Die beiden 38-Jährigen haben 2012 in Essen ihr Unternehmen "Ackerhelden" gegründet. Nun sorgen sie an mittlerweile 13 deutschlandweiten Standorten dafür, dass jeder zum Ackerhelden werden kann.

Das Konzept ist denkbar einfach: Als Ackerheld gehört dem Pächter eine ganze Saison lang ein eigener, biozertifizierter Gemüseacker. Das Team der Ackerhelden bereitet den Acker im Frühjahr professionell vor und bepflanzt ihn mit über 20 verschiedenen Gemüsesorten. Von Mitte Mai bis Ende November wird der Pächter dann zum Biogärtner. Er erntet, sät und pflegt seinen Acker. Das junge Unternehmen unterstützt die Hobbygärtner tatkräftig. Jeder Mieter erhält regelmäßig alles Notwenige von neuen Pflanzen bis zum Gießwasser.

"Beratung wird bei uns ebenfalls groß geschrieben - so sind keinerlei Vorkenntnisse nötig." In der laufenden Saison haben die Ackerhelden ihren Standort in Solingen eröffnet. Auf der etwa einen halben Hektar großen Wiese am Pohligshof in der Ohligser Heide entstanden 120 Parzellen. Rund 350 Mieter sind auf der Anlage aktiv.

Schnell war das Angebot des Mietackers in der Klingenstadt ausverkauft. Erst für die kommende Saison, die Mitte 2015 startet, gibt es wieder freie Flächen. "Außerdem werden wir die Anlage auf jeden Fall vergrößern, denn die Solinger sind begeisterte Hobby-Gärtner", verrät Ackerheld Tobias Paulert. Er freut sich zusammen mit seinem Geschäftspartner, dass ganz unterschiedliche Menschen sich für einen eigenen Gemüseacker entscheiden.

In Solingen reicht die Altersspanne der Mieter vom frühen Erwachsenenalter bis Ende 70. "Die Menschen interessieren sich für das, was sie essen und möchten wissen, wo ihr Gemüse herkommt." Keineswegs nur der klassische Bio-Kunde entscheide sich für einen eigenen Acker. "Vom Menschen, die sonst im Discounter einkaufen gehen, bis hin zum Rentner ist alles vertreten", hat Paulert beobachtet. Er und sein Geschäftspartner und Freund Birger Brock kennen sich seit der Schule und haben beide Sport studiert. "Das Gemüse aus dem Supermarkt schmeckte uns einfach nicht, und wir begannen, auf Fensterbank und Terrasse selbst welches anzubauen." Diese Möglichkeit haben die beiden zum erfolgreichen Geschäftsmodell gemacht. In Solingen gärtnern nicht nur Privatpersonen als Ackerhelden, sondern auch eine Gemeinde unterhält eine Parzelle ebenso wie eine Bürogemeinschaft und eine Schulinitiative.

(RP)