Solingen: Solinger Produkte dreist gefälscht

Solingen : Solinger Produkte dreist gefälscht

Zum Auftakt der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente wurde gestern der Negativpreis Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, verliehen. Ein Amefa-Besteck und Produkte von Zweibrüder Optoelectronics wurden abgekupfert.

Es wird hemmungslos abgekupfert, und innovative Unternehmen auch aus der Klingenstadt zahlen den Preis dafür, wenn ihre Produkte von Markenpiraten gefälscht und mit hohem Gewinnen verkauft werden. Die Akteure der Aktion Plagiarius, die jedes Jahr den Zwerg mit der goldenen Nase als Symbol für die immensen Gewinne, die Produktpiraten sprichwörtlich auf Kosten innovativer Unternehmen und der Kreativwirtschaft erwirtschaften, verleiht, können davon ein Lied singen.

Der Zwerg mit der goldenen Nase. Foto: Aktion Plagiarius

Doch die Aktion Plagiarius lässt nicht locker im Kampf gegen die Nachahmer. Gestern, zum Auftakt der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente, wurden zum 38. Mal dreiste Fälschungen der Öffentlichkeit vorgestellt und mit dem Negativpreis, dem Zwerg mit der goldenen Nase, ausgezeichnet.

Neben drei Hauptpreisen wurden sieben gleichrangige "Auszeichnungen" verliehen, darunter ist auch das Besteck "Triangle" der Firma Amefa Stahlwaren von der Mühlenstraße in Ohligs. Das Besteck wurde von Kurz Kurz Design konzipiert, ebenfalls aus Solingen, und als Plagiator wurde ein Unternehmen aus Erkrath genannt.

Wiederholt von Fälschern gebeutelt ist Zweibrüder Optoelectronics. Die Taschenlampe "LED Lenser M7R" und obendrein die Stirnlampe "Led Lenser H14" der innovativen Ohligser Firma wurden von einem chinesischen Unternehmen abgekupfert. Dies bereits im Vorjahr, von daher hat sich die Jury des Plagiarius-Wettbewerbs dazu entschlossen, hier den Sonderpreis "Fälschung" an den Wiederholungstäter, der keinerlei Reaktion oder Einsicht zeigt, zu verleihen. Mitglied der Jury war in diesem Jahr auch Detlev Stocke, Vorsitzender des Beirats der Carl Mertens GmbH vom Krahenhöher Weg.

Betroffen von Plagiaten sind mittlerweile fast alle Branchen: Von Konsumgütern und Kinderspielzeug über Medikamente, Kosmetika und Lebensmittel bis hin zu Werkzeugen, Automobilzubehör sowie Maschinen und Geräten, berichtet die Aktion Plagiarius. Auch die bergische Industrie- und Handelskammer hat Abkupferer im Blick, jedes Jahr zur Ambiente geht sie mit dem Zoll über die Messe, um nach Verletzungen des geschützten Namens Solingen Ausschau zu halten: "Wir haben keine Verletzungen gefunden", sagte Ludger Benda von der IHK nach dem Messerundgang, "lediglich ein Besteck mit der Bezeichnung ,Solin' bei einem chinesischen Aussteller, das war dem Zoll aber zu wenig, um es aus dem Verkehr zu ziehen." Benda hat den Eindruck, dass viele Aussteller insbesondere aus Asien mittlerweile begriffen haben, dass Solingen eine geschützte Marke ist: "Es ist gegenüber früher besser geworden."

Die neuen Preisträger der gestern ausgezeichneten Produkte werden in Kürze auch im Museum Plagiarius im Südpark präsentiert. Die Sammlung insgesamt umfasst mehr als 350 Produkte und zeigt Original und Plagiat im direkten Vergleich.

(RP)
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