Solinger Polizei tappt nach Automatensprengung in Wald noch im Dunkeln

Automatensprengung in Wald : Noch tappt die Polizei im Dunkeln

Gut einen Monat nach der neuerlichen Sprengung eines Geldautomaten in der Selbstbedienungsfiliale der Deutschen Bank an der Friedrich-Ebert-Straße in Wald tappt die Polizei bei der Suche nach den Tätern noch immer im Dunkeln.

Die Zweigstelle war zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren von Kriminellen heimgesucht worden. Bei der letzten Tat in der Nacht vom 24. auf den 25. April dieses Jahres hatten die Ganoven auch Beute gemacht, über deren Höhe die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben macht.

„Es gibt noch keine konkrete Spur“, sagt Polizeisprecher Alexander Kresta und warnt vor voreiligen Schlüssen, dass es sich bei allen Fällen um die gleiche Tätergruppe handeln könnte. „Das ist zwar möglich, aber nicht zwingend notwendig“, so Kresta – man ermittle in alle Richtungen.

Unklar ist zurzeit auch noch immer, ob und wann die Filiale an der Friedrich-Ebert-Straße wieder für den Kundenbetrieb öffnet. Aus Mitarbeiterkreisen heißt es, eine Wiedereröffnung sei perspektivisch grundsätzlich geplant – offiziell bestätigen wollte die Deutsche Bank diese Information nicht. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine Lösung für unsere Kunden zu finden“, so ein DB-Sprecher, der alle weiteren Fragen offenließ.

Da die kriminelle Masche der Geldautomatensprengungen sich insbesondere in Nordrhein-Westfalen inzwischen inflationär ausgebreitet hat, nimmt sich längst auch das Landeskriminalamt (LKA) NRW dieses Phänomens an. Dort wurde 2015 die Ermittlungskommission Heat gegründet, um eine einheitliche Ermittlungsführung zu gewährleisten und gemeinsame Maßnahmen zu koordinieren. „In der Praxis findet bei jeder Geldautomatensprengung ein enger Austausch zwischen der für den Tatort zuständigen Kreispolizeibehörde und dem LKA statt“, erklärt LKA-Sprecher Andre Faßbender. „Das LKA bietet hier in verschiedenen Formen Unterstützung an. Insbesondere das Erkennen und Zusammenführen von überregionalen Tatserien ist ohne eine solche Zentralstelle nicht möglich.“

Derweil seien die Niederlande und insbesondere die Stadt Utrecht ein Angelpunkt der Kriminalität um die Geldautomatensprengungen, berichtet Faßbender. „Aufgrund von intensiven Sicherungsmaßnahmen der Geldautomaten in den Niederlanden wurde das Phänomen der Geldautomatensprengung seit 2015 von den Niederlanden nach Deutschland verlagert. Der Anteil der niederländischen Täter, von denen viele über marokkanischen Migrationshintergrund verfügen, hat ein deutliches Übergewicht gegenüber örtlichen Nachahmungstätern.“

Auch seien die Täter sehr professionell aufgestellt und bereiteten ihre Taten stets akribisch vor – für die Sprengungen verfügten sie außerdem über ein „umfassendes technisches Equipment.“ Bei der leidgeprüften Filiale in Wald ist es den Ermittlern bislang zumindest einmal gelungen, einige der Täter dingfest zu machen: Das Landgericht Köln machte die drei Männer unter anderem für eine Geldautomatensprengung im Oktober 2016 verantwortlich und verhängte Haftstrafen von fünf Jahren für den 39-jährigen Haupttäter und geringere Haftstrafen für seine beiden jüngeren Komplizen.

Erfolglos verliefen die Ermittlungen im Falle einer Geldautomatensprengung im Juli 2017 an der Hildener Straße. „In diesem Fall konnte kein Täter ermittelt werden – deshalb wurden die Ermittlungen eingestellt“, erklärt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Allerdings ermittle die Staatsanwaltschaft Wuppertal weiter im Falle einer versuchten Geldautomatensprengung an der Friedrich-Ebert-Straße im Juni 2018, während die Zuständigkeit für den letzten Fall dort noch bei der Polizei liegt.

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