Solinger Musikerin Suzan Köcher veröffentlicht mit „Suprafon“ ihr zweites Album

Neues Album : Suzan Köcher hat sich in Prag verliebt

Am 8. November veröffentlicht die Solingerin mit „Suprafon“ ihre zweite, diesmal in Austin aufgenommene LP.

Ein Rückblick: Im Frühjahr 2017 verbrachten Suzan Köcher und Julian Müller ein Wochenende in Prag. Sie lernten die Stadt kennen – und lieben. Zwar war Julian Müller vorher schon einmal in Prag gewesen, damals war die Stadt Ziel seiner Schulabschlussfahrt. Doch erst jetzt erkannten er und die aktuelle Solingen Botschafterin bei ihren Spaziergängen durch die Goldene Stadt der hundert Türme die vorhandene Seelenverwandtschaft.

„Prag spiegelt sehr schön unsere Musik wieder“, schwärmt Suzan Köcher. „Diese verwitterte Schönheit, die diese Stadt hat, macht auch unsere Musik aus.“ Julian Müller liefert weitere Stichwörter: „Melancholie und Wärme. Auch wenn Prag – wie unsere Musik – durchaus düster sein kann.“

So entstand 2017 die Idee, der tschechischen Stadt einen Song zu widmen. Doch bei einem sollte es nicht bleiben. Im Herbst 2018 nahmen Suzan Köcher, Julian Müller, Jens Vetter und Alfie Joy in Austin/Texas, im Studio von Matt Parmenter, gleich eine ganze Suite auf. Die musikalisch einen Tag in Prag beschreibt, und die die komplette zweite Seite der LP „Suprafon“ einnimmt. Diese erscheint am 8. November und dies nicht unter Suzan Köcher, sondern unter dem neuen Namen „Suzan Köcher‘s Suprafon“. „Wir sind mittlerweile zur festen Band zusammengewachsen“, erklärt die Musikerin die Änderung.

Dass Suzan Köcher den Bandnamen „Suprafon“ gewählt hat, ist bei ihrer Liebe zu Prag nur konsequent. Denn hier residiert das legendäre Supraphon-Label. Die Erlaubnis, sich nach der Plattenfirma zu benennen, wurde erteilt, nur aus dem „ph“ in Supraphon wurde ein „f“.

„Suprafon“ hat als LP zwei musikalisch unterschiedliche Seiten. Seite A ist die Texas-Seite mit Songs wie „Peaky Blinders“ und „Poisonous Ivy“, die die Band bereits als Singles veröffentlicht hat. Psychedelic (verspielt), Krautrock (düster) und Dream-Pop (melancholisch) bleiben allerdings auf beiden Seiten von „Suprafon“ prägend.

Atmosphärisch ist die B-Seite mit der Prag-Suite weit offener und experimenteller. Der Song-Zyklus besteht aus fünf Titeln, die Suzan Köcher alle in tschechisch betitelt hat. Dem Morgen („Zitra“) folgt ein Spaziergang durch die Stadt („Pesky Do Mesta“) hin zum Hauptbahnhof („Hlavni Nadrazi“), dem Ohrwurm und potentiellen Hit der neuen Platte. Die Prag-Suite endet mit einer Hommage an den musikalischen „Czech Underground“ und an das Plattenlabel, das Suzan Köchers Band den Namen gegeben hat.

Musikalisch hat sich die Band hörbar weiterentwickelt. Noch stimmiger greifen in den Songs voller wunderbarer Ohrwurm-Melodien die einzelnen Stilelemente ineinander. Und was den Gesang von Köcher auf „Suprafon“ betrifft, kann man der Pressemitteilung zur Platte in diesem Fall nur zustimmen: „Suzan singt mit einer leichten und unaufgeregten Schwere, die sich wohl am ehesten mit Sängerinnen wie Francoise Hardy oder Dusty Springfield vergleichen lässt.“

Wer Suzan Köcher‘s „Suprafon“ live sehen möchte, kann das seit dieser Woche, denn die Solinger supporten den ganzen November über die befreundete Band „Okta Logue“ auf ihrer großer Deutschland-Tour. „Und im Frühjahr gehen wir dann mit Suprafon als Headliner auf Tour“, kündigt Suzan Köcher an.

Zu empfehlen ist derweil auch ein Besuch auf YouTube. Denn hier finden sich die offiziellen, von Jens Vetter gedrehten Videos der Band. Darunter auch die neue Single „Hiavni Nadrazi“, gedreht im Prager Hauptbahnhof.