Solinger Klinikum-Mitarbeiter fürchten um Zukunft

Kundgebung am Montag : Klinikum-Mitarbeiter fürchten um Zukunft

Eine Verdi-Umfrage zeigt, dass die Beschäftigten mit einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen rechnen. Die Gewerkschaft plant für kommenden Montag Proteste.

Die Ungewissheit hinterlässt deutliche Spuren – und sorgt dafür, dass die Stimmung unter den rund 2000 Beschäftigten des Städtischen Klinikums Solingen eher schlecht ist. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi jetzt unter rund 200 Angestellten und damit unter ungefähr zehn Prozent der Belegschaft des größten Krankenhauses in der Klingenstadt durchgeführt hat.

Dabei treibt die Klinikum-Beschäftigten vor allem die Furcht um, dass sich die Arbeitsbedingungen in Zukunft verschlechtern könnten. So gaben 76 Prozent aller von der Gewerkschaft befragten Angestellten an, diese Möglichkeit beschäftige sie stark (37 Prozent) beziehungsweise sehr stark (39 Prozent), derweil lediglich sieben Prozent eine solche Aussicht gar nicht (zwei Prozent) oder nicht so sehr (fünf Prozent) schreckt.

Gleichzeitig zeigt die in dieser Woche veröffentlichte Umfrage, dass negative Auswirkungen nicht allein für jene Bereiche angenommen werden, die von Ausgliederungen betroffen sein könnten. Denn auf die Frage, ob „die Auslagerung von Teilbereichen die Arbeitsabläufe verändern“ könnten, antworteten 69 Prozent, diese würden sich in einem solchen Fall verschlechtern (29 Prozent) oder doch zumindest wahrscheinlich verschlechtern (40 Prozent).

„Die Verunsicherung unter den Leuten ist groß“, sagte die für Krankenhäuser zuständige Gewerkschaftssekretärin Ina Oberländer am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion. Um auf die Situation der Klinikum-Mitarbeiter aufmerksam zu machen, plant Verdi zusammen mit dem Bündnis „Pro Solingen“ für kommenden Montag, 28. Oktober, eine Protestkundgebung vor dem Verwaltungsgebäude Bonner Straße.

An diesem Tag um 16.30 Uhr treffen sich in Ohligs die Mitglieder des Sozialausschusses und den Beteiligungsausschusses, um in nicht öffentlicher Sitzung das weitere Vorgehen in Sachen Klinikum zu besprechen. Unter anderem steht die Ausschreibung für den Posten des Kaufmännischen Geschäftsführers auf der Tagesordnung. Wobei nach Informationen unserer Redaktion im Aufsichtsrat bereits verabredet wurde, den bisherigen Kaufmännischen Direktor Matthias Dargel bis zur Bestellung eines Nachfolgers im Amt zu belassen.

Die Unternehmensberatung, von der Dargel kommt und die die Stadt zuletzt in Sachen Klinikum begleitete, ist hingegen draußen. Gleiches gilt zudem für Kooperationen in Service-Bereichen mit dem Klinikum Leverkusen. Diese sind ebenfalls vom Tisch. Verhandelt wird hingegen weiter über eine Zusammenarbeit auf medizinischen Gebiet. Verdi fordert von der Politik und Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), dass das Klinikum städtisch bleibt. Darüber gelte es verhandeln.

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