Solinger Kaufhof-Gebäude soll wiederbelebt werden

Kampf gegen Leerstand in der City : Kaufhof bekommt mehrere neue Nutzer

Ein Nachfolger könnte Woolworth sein. Umbau soll im April beginnen. Denkbar ist zudem eine Passage von den Galerien zum Fronhof.

Das Gebäude an der oberen Hauptstraße gehört mit Gewissheit zu den größten Sorgenkindern in der Solinger Innenstadt. Denn seitdem klar ist, dass sich der Warenhaus-Konzern Kaufhof im kommenden Frühjahr nach einem knappen Jahrhundert aus der Klingenstadt zurückziehen wird, droht in der Fußgängerzone ein weiterer Leerstand.

Doch inzwischen gibt es neue Hoffnung, dass das drohende einzelhandelstechnische Vakuum an der Hauptstraße nicht von allzu langer Dauer sein wird. Wie der Eigentümer der Immobilie, der Frankfurter Geschäftsmann Dr. Jochen Stahl, am Donnerstag bestätigte, soll mit dem Umbau des Warenhauses nämlich unmittelbar nach der Kaufhof-Schließung begonnen werden. „Wir planen, im April loszulegen“, sagte Stahl jetzt auf Anfrage unserer Redaktion.

In der Tat dürften die Arbeiter dann eine Menge zu tun haben, weil an dem Gebäude einige Änderungen vorgesehen sind. So existieren zum einen Überlegungen, im Erdgeschoss eine Passage zu schaffen, in der Kunden später trockenen Fußes von den benachbarten Clemens-Galerien zum Fronhof gelangen. Und zum zweiten gilt es, auch an der Aufteilung des Baus zu arbeiten, da die Chancen, einen großen neuen Nutzer zu finden, gegen Null tendieren.

Ganz im Gegenteil – das Ziel ist es, die heutigen Verkaufsflächen so aufzuteilen, dass gleich mehrere Geschäfte im Kaufhof-Gebäude Platz finden werden. Wobei einer der Kandidaten zurzeit noch schräg gegenüber auf der anderen Seite der Fußgängerzone seinen Sitz hat: Woolworth.

Der Name der Kaufhaus-Kette, die Waren des unteren Preissegments führt, wird schon seit längerem genannt, wenn es um eine Folgenutzung der Kaufhof-Immobilie geht. Allerdings lässt eine offizielle Bestätigung auf sich warten. So wollte das Unternehmen am Donnerstag zu möglichen Umzug-Plänen „keine Auskunft erteilen“, wie eine Sprecherin betonte, derweil Immobilienbesitzer Stahl den Namen Woolworth weder bestätigte noch dementierte.

Entschieden weiter sind hingegen die Arbeiten bei einem anderen Investor, der seine Kunden zukünftig in den Clemens-Galerien, direkt neben dem Kaufhof, empfangen wird. Seit Montag dieser Woche hat bereits der Sneakers-Landen von Intersport Borgmann in den Galerien eröffnet. Und der Ausbau des Borgmann-Hauptgeschäftes an der Fußgängerzonen-Seite des Einkaufszentrums nimmt ebenfalls nach und nach Gestalt an.

„Eröffnung wird wie angekündigt im Oktober sein“, versicherte Jochen Stahl, der mit seiner Immobilien Solingen Projektgesellschaft auch Hausherr in den Clemens-Galerien ist. Zuletzt sei das Ladenlokal an den Mieter übergeben worden. Und dieser sei nun beschäftigt, der Fläche den ultimativen Schliff zu verpassen.

Parallel dazu werden nebenan, bei Galeria Kaufhof, ein letztes Mal die Regale mit neuer Ware für die Herbst- und Wintersaison bestückt. Diese Produkte sowie die Reste aus dem Sommer sollen „abverkauft werden“, sagte ein Kaufhof-Sprecher, der am Donnerstag einmal mehr das Aus für Ende März 2019 bestätigte.

Ob bis dahin alle 37 von der Schließung betroffenen Mitarbeiter neue Jobs gefunden haben werden, bleibt abzuwarten. „Galeria Kaufhof arbeitet intensiv daran, mit den Arbeitsnehmervertretern sozialverträgliche, individuelle Lösungen zu finden“, hieß es aus der Kölner Konzern-Zentrale. Es werde versucht, Mitarbeiter in anderen Filialen weiter zu beschäftigten. Und darüber hinaus würden Bewerbertrainings angeboten. Einige der Solinger Kaufhof-Angestellten hätten inzwischen Arbeitsplätze außerhalb des Unternehmens gefunden, teilte Kaufhof mit.

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