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Solinger Jungfrau Catharina hält Smalltalk mit Papst Franziskus

Audienz beim Papst : Jungfrau Catharina hält Smalltalk mit Franziskus

„Jungfrau Catharina“ alias Michael Everwand war mit dem Kölner Dreigestirn bei der Audienz von Papst Franziskus.

Aus dem Schwärmen kommt Michael Everwand kaum noch heraus, wenn er an den Verlauf der letzten Wochen denkt: „Was wir erlebt haben, ist unglaublich.“

Auftritt reiht sich derzeit an Auftritt für „Jungfrau Catharina“, wie sich der Solinger Unternehmer in der laufenden Karnevals-Session nennt, sowie für seine Mitstreiter Prinz Marc I. und Bauer Markus. Seit rund zwei Wochen residiert das Kölner Dreigestirn in seiner „Hofburg“ im Dorint Hotel am Heumarkt. Viel Zeit zur Entspannung bleibt dort für die närrischen Hoheiten aber nicht. „Nach dem Frühstück geht es schon zum Schminktermin und dann auf Tour“, berichtet Jungfrau Catharina. Zur Stärkung führt der Weg des großen Trosses zwischendurch ins Brauhaus, und dann wieder auf die Bühne. „Und wenn man dann gegen ein Uhr nachts wieder im Hotel ist, ist man natürlich noch zu aufgedreht, um gleich schlafen zu gehen“, sagt Everwand. Ein „Leben im Jetlag“ führe das Dreigestirn, „aber es macht Riesenspaß“. Zu sage und schreibe zwölf Auftritten eilten die Tollitäten allein am Samstag.

In der vergangenen Woche ging es sogar in die Ewige Stadt: Mit Rainer Maria Kardinal Woelki und Festkomitee-Chef Christoph Kuckelkorn besuchte das Dreigestirn im Petersdom Papst Franziskus – als erste Hoheiten seit acht Jahren.

Am Dienstagmorgen hatte die Pilgergruppe in Düsseldorf den Flieger nach Rom betreten. Im Vatikan sah die Rheinische Abordnung das Petrus-Grab und traf die Schweizer Garde. Am nächsten Morgen folgte dann der Höhepunkt der Kurzreise: die Generalaudienz beim Papst.

Schon beim Warten in der Audienzhalle mit tausenden von Menschen herrschte eine ganz spezielle, lebhafte Stimmung, wie Jungfrau Catharina schildert: „Manche Leute machen Musik oder halten Fußballtrikots in die Höhe.“ Bei der Begrüßung des in vollem Ornat erschienenen Dreigestirns nebst Hofstaat hielt sich der Heilige Vater auch prompt an jecke Gepflogenheiten: „Er war um pünktlich 11.11 Uhr bei uns“, sagt Everwand.

Als Geschenk überreichten die Tollitäten dem Oberhaupt der katholischen Kirche neben Orden der Karnevalsgesellschaften und der Prinzenspange auch die Badeente mit närrischem Kopfschmuck. „Das ist gut, das ist gut“, habe der Papst mit einem Lächeln auf die Gaben reagiert, berichtet Everwand, der seine Spanisch-Kenntnisse sogar zu einem kleinen Smalltalk mit dem argentinischen Kirchenoberhaupt nutzte.

„Ein ergreifendes Erlebnis“, blickt er auf die besondere Begegnung zurück. Gelegenheit zum Durchschnaufen gab es allerdings auch danach nicht: Denn noch am selben Tag reiste die Gruppe wieder zurück nach Deutschland. Vom Flughafen ging es in den Bus und noch am selben Abend wieder zu vier Auftritten vor die Jecken. „Man ist dann trotz allem schnell wieder im Bühnenmodus“, verrät die Jungfrau.

Auch heute steht für das Dreigestirn wieder ein sehr emotionaler Termin an: Sie sind zu Gast auf einer Kinderkrebsstation. Menschen auch in schwersten Lebensphasen eine Freude zu bereiten, das „Leuchten in ihren Augen zu sehen“, gebe dem Trio eine besondere Motivation, sagt Everwand. Seinem Solinger Unternehmen mit Sitz an der Bonner Straße stattete er gestern einen kurzen Besuch ab, hält ansonsten Telefonkontakt. Der Betrieb dort laufe auch in seiner Abwesenheit, betont er: „Meine Leute sind schließlich sehr gut.“