Solinger Jugendliche feiern weitgehend friedlich

Blütensamstagszug in Leichlingen : Jugendliche feiern weitgehend friedlich

1300 Solinger machten sich Samstag auf den Weg zum Leichlinger Kanevalszug. Krawalle blieben aus.

Die große Party war im Vorfeld eher mit Skepsis erwartet worden. Denn nachdem vor allem Jugendliche aus Solingen in den Vorjahren beim Karnevalszug in der Nachbarstadt Leichlingen immer wieder erheblich über die Stränge geschlagen hatten, bestand auch diesmal die Befürchtung, es könnte zu Ausschreitungen kommen.

Doch am Ende lief alles weit friedlicher ab, als gedacht. Zwar hatten sich am Samstagvormittag nach Angaben der Polizei einmal mehr geschätzt rund 1300 junge Leute, darunter viele aus Solingen, auf den Weg nach Leichlingen gemacht. Doch trotz erkennbarer frühzeitiger Alkoholisierung bei etlichen der Narren verhielten sich die meisten Feiernden weitgehend friedlich. 16 Personen – im Vorjahr waren es 14 gewesen – erhielten einen Platzverweis, derweil sich zwei junge Männer im Gewahrsam der Polizei wiederfanden.

In einer ersten Bilanz notierte die zuständige Polizei des Rheinisch-Bergischen Kreises darüber hinaus sechs Strafanzeigen wegen Körperverletzung. Und in einem Fall fühlten sich drei Frauen belästigt. Der 23-jährige Tatverdächtige aus Solingen wurde anschließend zur Polizeiwache gebracht, wo er dann seinen Alkoholpegel senken konnte.

In Leichlingen selbst zeigten sich die Verantwortlichen später erleichtert darüber, dass in diesem Jahr größere Ausschreitungen ausblieben. Denn tatsächlich hatten Jugendliche aus der Klingenstadt vor allem nach 2013 immer wieder für Ärger gesorgt. Der Grund: In jenem Jahr war der Burger Karnevalszug eingestellt worden, der bis dahin Chaoten als Bühne gedient hatte – so dass viele junge Leute aus Solingen zum Feiern fortan nach Leichlingen auswichen.

Um erneute Ausschreitungen möglichst im Keim zu ersticken, hatte die Stadt Solingen im Vorfeld des diesjährigen Blütensamstagszuges in Leichlingen angekündigt, von Beginn an eine verstärkte Präsenz zu zeigen. So wurden die Jugendlichen, die sich vielfach über soziale Medien verabredet hatten, auf ihrem Weg in die Nachbarstadt schon auf Solinger Stadtgebiet von Kräften des Ordnungsamtes genau beobachtet sowie begleitet, was wiederum zur Folge hatte, dass potenzielle Krawallmacher kaum eine reelle Chance besaßen, sich daneben zu benehmen.

Noch eine andere Erklärung für den eher friedlichen Verlauf am zurückliegenden Samstag lieferte hingegen einer der Solinger Jugendlichen. „Die Generation, der damals der Burger Zug weggenommen wurde und die deswegen nach Leichlingen ausgewichen ist, stirbt langsam aus“, gab der junge Karnevalist aus der Klingenstadt zu bedenken.

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