Solinger ist Jahrgangsbester im Regierungsbezirk

Elektromeister-Ausbildung : Benjamin Voss ist Jahrgangsbester im Regierungsbezirk

Benedikt Voss besteht Meisterprüfung zum Elektrotechniker mit außerordentlichem Erfolg.

Dass er seine Prüfung im August 2018 bestanden hat, weiß Benedikt „Ben“ Voss nicht erst seit der Aushändigung des Meisterbriefs durch die Handwerkskammer. Schon vorher war ihm mitgeteilt worden, dass er ein sehr gutes Ergebnis erzielt habe. Wie gut es war, hat er erst jetzt erfahren: Der 23 Jahre alte Solinger ist der Jahrgangsbeste im Bereich Elektrotechnikermeister im gesamten Regierungsbezirk Düsseldorf.

Der Grundstein dazu wurde mit der Ausbildung im väterlichen Betrieb gelegt. Dort wurde er von 2013 bis 2017 zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ausgebildet. „Wir haben uns bewusst für eine Ausbildung hier im Betrieb entschieden“, sagt sein Vater Bernhard Voss. Der Erfolg seines Sohnes bestätigt im Nachhinein, dass die Entscheidung richtig war. Gleiches gilt für den Umstand, „dass Ben mit Abitur in die Ausbildung gegangen ist“, betont der Vater.

Ausgezahlt hat sich das bereits in der Berufsschule, die Benedikt Voss mit der Durchschnittsnote 1,0 abgeschlossen hat. Nochmals bestätigt wurde die Entscheidung für den Weg über das Abitur bei der Facharbeiterprüfung, die er mit dem zweitbesten Ergebnis in Solingen bestanden hat. Gekrönt wurde dann alles durch die Meisterprüfung – und das erst nach Abschluss des Prüfungsjahres feststehende Ergebnis.

Rund 50 Jung-Meister haben im vergangenen Jahr ihre Prüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf bestanden. Versucht haben es mehr. „Die Durchfallquote liegt bei etwa 80 Prozent“, sagt der Jahrgangsbeste. Hinzu kommen noch diejenigen, die ihren Weg bis zur Prüfung schon vorher abbrechen. „Am Ende kommen nur die durch, die ein klares Ziel haben – und den Biss, durchkommen zu wollen“, sagt der 23-Jährige.

Er hatte den Biss und das Ziel vor Augen. Da er die Meisterschule in Vollzeit besucht hat, kam auch ein finanzieller Druck hinzu: Die Meisterschule allein kostete fast 10.000 Euro. Hinzu kam der Verdienstausfall, da er während dieser Zeit nicht arbeiten konnte. Rund 40.000 Euro habe er in seine berufliche Zukunft investiert, schätzt Benedikt Voss. Dies wurde durch das Meister-Bafög, das er bekommen hat, nicht annähernd ausgeglichen.

„Auch deshalb habe ich mich lieber etwas mehr angestrengt, um ohne Nachprüfung durchzukommen“, sagt der 23-Jährige. Diese Haltung scheint in der Familie zu liegen: Seine beiden älteren Schwestern sind beruflich ebenfalls erfolgreich. Sie haben sich jeweils für ein Studium – Gesundheitsökonomie beziehungsweise Internationale Tourismusentwicklung – entschieden.

Als beendet betrachtet Benedikt Voss seine Ausbildung mit der Meisterprüfung nicht. „Ich brauche noch ein paar Jahre, bis ich alles gelernt habe“, räumt er ein. Welche Aufträge soll er annehmen? Wie sollen sie ausgeführt werden? Bei diesen Fragen baut er noch auf die Erfahrung seines Vaters. In einigen Bereichen, sagt Bernhard Voss, „arbeiten wir schon jetzt auf Augenhöhe“. Sein Sohn werde in viele Entscheidungen einbezogen. „Man muss jungen Leuten frühzeitig Kompetenzen abgeben“, sagt er. Auch seine Mitarbeiter ermutige er zur Eigenverantwortung.

Seinem Sohn räumt er auch den Freiraum ein, eigene Ziele zu verwirklichen. „Ich möchte mich mit Innovationen beschäftigen“, sagt der 23-Jährige. Schließlich verändere sich der Markt ständig.

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