Solinger Himmelsfunken sind nicht nur an Karneval aktiv

Mein Solingen: Nicht nur an den tollen Tagen aktiv

Die Tanzgarde Himmelsfunken sorgt auch auf Geburtstagen und Sommer- und Stadtfesten für Stimmung.

Der fünften Jahreszeit verbunden war die Familie eigentlich schon immer. Doch einen wesentlichen Unterschied zwischen früheren Jahren und der Gegenwart bringt Markus Röltgen auf den Punkt: „Früher begann Karneval für mich an Altweiber und endete am Aschermittwoch. Heute läuft er das ganze Jahr über.“ Animiert durch die Tanzaktivitäten von Tochter Vanessa – sie hatte sich zunächst den Gelben Funken angeschlossen – gründete er mit Ehefrau Nina im Oktober 2008 die Tanzgarde Himmelsfunken. Und deren Mitglieder wirbeln nicht nur während der närrischen Session in ihren lila-weißen Uniformen über die Bühne, sondern auch das restliche Jahr über – sei es auf Geburtstagen, bei Schützenfesten oder anderen Brauchtumsanlässen.

Noch im Mai etwa heimsten sie auf dem Ohligser Dürpelfest Applaus ein. „Angefangen haben wir mit sieben Mitgliedern und sechs Mädchen, die sich teilweise aus der Schule kannten. Heute haben wir 40 Tänzerinnen und Tänzer“, freut sich die 1. Vereinsvorsitzende Nina Röltgen, die als Trainerin die Große Garde und seit eineinhalb Jahren auch ein Männerballett anleitet, während sich die inzwischen 20-jährige Tochter Vanessa um die Kindergarde kümmert. Rat und Unterstützung fanden die Gründer der Tanzgarde bei befreundeten Vereinen – rasch wurden die Himmelsfunken zur Ehrengarde des BV Gräfrath.

Und dennoch: Ihr Zuhause hat die Tanzgarde eigentlich in Merscheid – genauer gesagt, im Haus des befreundeten Schützenvereins am Kyllmannweg. Davon zeugen auch Pokale und Orden, die der Besucher des Lokals in einer Vitrine bestaunen kann. Im zwölften Jahr leben die Ohligserin Nina (49) und der Gräfrather Markus Röltgen (47) nun im „Fürstentum“ – und fanden schnell Anschluss an das Vereinsleben des Stadtteils. „Hier halten alle zusammen, von den Anglern über den Männergesangverein bis zum Frauensingkreis“, sagt Nina Röltgen. Da versteht es sich von selbst, dass die Himmelsfunken zum Merscheider Heimatverein gehören – und gemeinsam mit den Vereinen zum Beispiel beim großen Osterfeuer im Stadtteil aktiv sind.

„Jeder macht es irgendwie anders, wenn es um Feste geht“, beschreibt Nina Röltgen die stadtteilbezogene Identität der Solinger. Ihre Mitglieder rekrutieren die Himmelsfunken, die im kommenden Jahr in jecker Manier ihr elfjähriges Bestehen feiern wollen, aber natürlich aus der gesamten Klingenstadt. „Ein Mitglied kommt sogar aus Hästen“, berichtet Nina Röltgen. Und das Jahr über, außerhalb der Oster-, Weihnachts- und Sommerferien, bereiten sich die Tänzerinnen und Tänzer am Wahnenkamp in Ohligs – unweit der Grenze zu Merscheid – auf ihre nächsten großen Auftritte vor.