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Solinger geraten in Existenznöte

Mehr Neuanträge auf Grundsicherung : Solinger geraten in Existenznöte

Das Jobcenter rechnet in Zukunft mit mehr Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind.

Die Corona-Krise stürzt viele Arbeitnehmer in Solingen in wirtschaftliche Existenznöte. Auf diese Entwicklung deutet auch ein Anstieg der Neuanträge auf Grundsicherung seit Anfang März hin, wie das Jobcenter mitteilt. Zahlenmäßig erfassen könne man diesen jetzt noch nicht, sagt Rathaussprecherin Stefanie Mergehenn. „Das kommunale Jobcenter betreute zuletzt 7300 Bedarfsgemeinschaften. Eine seriöse Aussage darüber, wie es sich in den kommenden Wochen entwickeln wird, kann aktuell noch nicht getroffen werden.“

Derweil sei kein Arbeitnehmer vor den drastischen Begleiterscheinungen der Corona-Krise gefeit, so Mergehenn: Diese könnten alle Erwerbstätigen treffen, „insbesondere aber Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige, die in der Regel nur über begrenzte finanzielle Rücklagen verfügen, und auch keinen Zugang zu anderen sozialen und finanziellen Absicherungen wie Arbeitslosen-, Kurzarbeiter- oder Insolvenzgeld haben“. Dabei soll das Kurzarbeitergeld helfen, Menschen vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren. Es entspricht in der Höhe dem Arbeitslosengeld I, wobei Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken können. Voraussetzung für den Bezug dieser Leistung ist, dass der Beschäftigte in die Arbeitslosenversicherung einzahlt. Dies gilt somit nicht für geringfügig Beschäftigte und die meisten Selbstständigen.

Damit das Jobcenter im Zuge steigender Antragszahlen die Sachbearbeitung gut bewältigen kann, hat es ein Paket an Maßnahmen erarbeitet: Für Mitarbeiter, die zu Risikogruppen zählen, wurden alternative Arbeiten im Homeoffice bereitgestellt, das interne Personal wurde teilweise umgesetzt und Integrationsfachkräfte wurden für die Unterstützung bei der Leistungssachbearbeitung geschult. Zudem werde teilweise Personal aus anderen Stadtdiensten hinzugezogen, ergänzt Mergehenn.

Auch im Arbeitsumfeld der Beschäftigten des Jobcenters und der Agentur für Arbeit hat sich durch die Corona-Krise einiges verändert – beide Behörden befinden sich im selben Gebäude. Insbesondere Mitarbeiter mit Gesundheitsrisiken arbeiten von zu Hause aus. Seit dem 23. März sind außerdem alle drei Dienststellen im Städtedreieck für Kunden geschlossen, „um die Risiken zu minimieren“, heißt es.

Das Jobcenter ist unter Tel. 02 12 / 2 90-38 00 zu erreichen. Leistungsempfänger und Neuantragsteller können auch den Briefkasten nutzen, faxen (02 12 / 2 90-39 99), mailen oder das Kontaktformular auf der Homepage der Stadt nutzen.

solingen.de

jobcenter@solingen.de