Solinger Familie von Buschfeuern eingeschlossen und evakuiert

Bei Urlaub in Australien : Solinger Familie von Buschfeuern eingeschlossen

Persönlich Wegen der verheerenden Waldbrände haben Deniz und Kai Kirschbaum mit ihren drei Kindern einen Urlaub in Australien abgebrochen. Die Solinger ließen ihr Wohnmobil und Gepäck zurück, als sie mit einem Militärflugzeug aus dem Krisengebiet ausgeflogen wurden.

Deniz und Kai Kirschbaum sind mit dem Schrecken davongekommen. Eigentlich wollte sich die Solinger Familie in Australien mit ihren drei Kindern Kian (1), Samira (3) und Nuri (5) eine Auszeit vom Alltag nehmen und mit dem Wohnmobil einige Wochen ganz entspannt von Brisbane nach Adelaide die Südküste entlangfahren. Doch seine Pläne musste das Paar kurzfristig ändern: Wegen der großflächig grassierenden Waldbrände in Australien waren die Solinger gezwungen, ihre Rückreise eine Woche früher als geplant anzutreten.

„Wir sind einfach nur froh, dass es uns soweit gut geht und die Kinder alles gut überstanden haben“, berichtet Deniz Kirschbaum. Seit vergangener Woche hat die Familie wieder deutschen Boden unter den Füßen. „Für uns ist das Ganze jetzt vorbei. Um so mehr fühle ich mit den Menschen, die dort wirklich alles verloren haben und wieder bei Null anfangen müssen.“ Sie habe Familien erlebt, die aus in wenigen hundert Metern Entfernung mitansehen mussten, wie ihr Haus bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Kurz vor dem Jahreswechsel, am 30. Dezember, spitzte sich die Situation auch für die Solinger Familie zu, als die Fünf mit ihrem Wohnmobil auf einem Campingplatz in Mallacoota Station machten. Die Polizei sprach erste Warnungen aus und sperrte Straßen ab, so dass die Kirschbaums den Platz zunächst nicht verlassen konnten. Schließlich mussten sie sich zu einem Sammelpunkt für Einwohner begeben, der sich direkt an der Küste befand. „Die Polizei teilte uns mit, dass der Wind sich drehen würde und das Feuer so zu uns gelangen könnte. Das ist dann schon besorgniserregend.“

Dabei habe sich die Familie akribisch an die Sicherheitsbestimmungen gehalten und somit immer einen ausreichenden Abstand zu den Bränden gehabt. „Unsere Kinder waren glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt in Gefahr und haben die Geschichte insgesamt gut verkraftet“, so Kirschbaum – ein Punkt, der der Mutter sehr wichtig ist. Das Szenario, das sich ihr in Mallacoota bot, wird sie dennoch nie vergessen: „Die Luftverhältnisse änderten sich, und tagsüber wurde es plötzlich stockduster wie in der Nacht, weil die vielen Rußpartikel und glühende Teilchen durch die Luft wirbelten. Der Himmel wurde mit einem Mal tiefrot. Das war wirklich beängstigend.“ Auch die australische Presse hatte über die deutschen Urlauber berichtet.

Dabei hatten die Brände anfangs nur in Victoria gewütet und Mallacoota zunächst verschont. „Als die Gefahr dann da war, sahen die Straßen katastrophal auch“, erzählt Deniz Kirschbaum. Ihr wurde klar, dass es keine andere Möglichkeit gab, als so schnell wie möglich den Rückflug nach Deutschland anzutreten.

Der Campingplatz wurde evakuiert. Während Familien mit Kindern, die bereits das Grundschulalter erreicht hatten, mit dem Schiff in Sicherheit gebracht wurden, wurden die Kirschbaums mit einem Militärflugzeug nach Melbourne geflogen. Von dort aus ging es dann zurück nach Deutschland. Bei ihrer überstürzten Abreise mussten die Kirschbaums sowohl ihren in Australien gemieteten Wohnwagen als auch den Großteil ihres Gepäcks zurücklassen. „Wir hoffen, dass uns die Sachen noch zugeschickt werden.“

Trotz der traurigen Ereignisse habe die Familie inmitten der Not auch Positives erlebt: „Die Feuerwehr dort hat einen fantastischen Job gemacht. Ich habe vor ihrer Arbeit größten Respekt.“ Auch sonst habe es eine Woge der Hilfsbereitschaft und Solidarität vor Ort gegeben und die Menschen seien enger zusammengerückt. Für Deniz Kischbaum ist klar: „Wenn die Lage in Australien sich wieder entspannt hat, werden wir den zweiten Teil unseres Urlaubs nachholen.“