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Solinger Einzelhandel fordert Wiedereröffnung der Geschäfte

Corona-Krise in Solingen : Handel fordert Öffnung der Geschäfte

Die Corona-Krise macht dem Solinger Einzelhandel zunehmend zu schaffen. Die Geschäftsleute drängen auf einen vorsichtigen Ausstieg aus dem Lockdown ab nächstem Montag. Ansonsten drohen Pleiten, da vielen die Luft ausgeht.

Es ist ein Termin, dem die halbe Republik seit Tagen entgegen fiebert. Am heutigen Mittwoch trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu reden. Wobei die Forderungen nach einem allmählichen Ende des nunmehr schon Wochen anhaltenden Lockdowns inzwischen auch im Solinger Einzelhandel immer lauter werden.

Vor allem die Betreiber von kleineren Geschäften erwarten ein baldiges Ende der momentanen Schließungen. „Es wäre wirklich wichtig, wenn wir ab der kommenden Woche wieder für die Kunden öffnen können“, sagte beispielsweise der Vorsitzende des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt (W.I.R.), Detlef Ammann, der am Dienstag zudem eine einfache Rechnung aufmachte.

So gehen die Verantwortlichen beim W.I.R. davon aus, dass es ohne Lockerungen bei den augenblicklichen Kontaktsperren schon bald zu Geschäftsaufgaben kommt. „Die jetzige Situation ist für viele vielleicht noch drei oder vier Wochen durchhaltbar“, prophezeite Ammann. Doch eine Fortführung der Beschränkungen etwa bis zum Sommer werde unausweichlich dazu führen, dass einige Händler in die Knie gingen.

Ein „Horrorszenario“, das auch Ralf Engel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen – Rheinland (HVR) im Bergischen Land, befürchtet. „Ganz viele werden es nicht schaffen“, sagte Engel, der seit Beginn der Corona-Krise damit beschäftigt ist, die Konsequenzen für die Händler möglichst gering zu halten. So bietet der HVR Beratungen an. Und darüber hinaus ist der Verband Teilnehmer an einer wöchentlichen Videokonferenz der städtischen Wirtschaftsförderung, bei der unterschiedliche Interessengruppen, darunter W.I.R. und Gewerkschaften, die Lage diskutieren und Auswege aus der Krise suchen.

Für den W.I.R. könnte ein solcher Ausweg darin bestehen, ab nächstem Montag eine vorsichtige Wiedereröffnung zu wagen. Dabei hält es Vorsitzender Detlef Ammann durchaus für denkbar, all jene Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die anderswo schon angewendet werden.

„Es ist gewiss möglich, nur eine begrenzte Zahl von Kunden gleichzeitig oder auch nur jeweils einen Kunden in die Geschäftsräume eintreten zu lassen“, schlug Ammann jetzt vor. Des Weiteren wäre aber auch über eine Maskenpflicht zu sprechen. Ammann: „Man sollte genau hinschauen, wie eine Öffnung in den einzelnen Läden gehandhabt werden kann“.

Gleichwohl steht bereits fest, dass die Verluste und Einbußen, die in den zurückliegenden Wochen entstanden sind, nicht ungeschehen zu machen sind. „Gerade das schöne Wetter der vergangenen Tage vor Ostern hätte sicher viele Kunden in die Geschäfte gelockt“, gab sich der W.I.R.-Vorsitzende sicher, der parallel darauf hinwies, dass in vielen Geschäften noch die Frühjahrs-Ware auf Käufer warte.

HVR-Geschäftsführer Ralf Engel versucht derweil, der Krise nicht allein negative Aspekte abzugewinnen. So zeigten die derzeit leeren Verkaufsstraßen ganz deutlich, wie wichtig der Handel für das Leben in den Innenstädten sei, sagte Engel.