1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solinger DRK fährt Behinderte bei Ausnahmen auch nach 22 Uhr

Behindertenfahrdienst in Solingen : DRK fährt Behinderte in Ausnahmen auch nach 22 Uhr

Bei Abendveranstaltungen ist es immer wieder ein Problem: Wie kommen Rollstuhlfahrer hin und vor allem wieder zurück?

Für Menschen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind, sieht die Sache ganz einfach aus. Ein abendlicher Besuch zum Beispiel im Theater und Konzerthaus ist schnell organisiert: Rein ins Auto und ab zur Konrad-Adenauer-Straße.

Rollstuhlfahrer haben es hingegen oftmals schwerer, wie zuletzt auch im Solinger Stadtrat deutlich wurde. Dort hatte ein betroffener Bürger im Rahmen der Bürgerfragerunde vor der eigentlichen Ratssitzung von seinen Problemen berichtet, die er vor  allem abends hat, wenn er etwas unternehmen will. „Häufig kann ich eine Veranstaltung nicht bis zum Ende verfolgen, weil der Fahrdienst des Roten Kreuzes nur bis 22 Uhr unterwegs ist“, klagte der Mann.

Ein Problem, das im Rathaus durchaus bekannt ist, für das die Verantwortlichen aber eine Lösung gefunden zu haben glauben. Die Stadt hat nämlich mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Solingen sowie dem Club Behinderter und Ihrer Freunde Solingen (CBF) einen speziellen Vertrag über Fahrten für behinderte Menschen abgeschlossen, der die Zeit von 7 bis 22 Uhr umfasst. Und zusätzlich ist in dem Kontrakt geregelt, dass „in Ausnahmefällen“ auch Transporte in der Zeit nach 22 Uhr durchgeführt werden können.

Dabei ist für die zuständigen Stellen in der Verwaltung klar, dass diese Regelung „zum Beispiel bei Veranstaltungen im Theater“ greift, wie jetzt eine Rathaus-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion betonte. Zwar gelte die getroffene Vereinbarung grundsätzlich für die Stunden zwischen 7 sowie 22 Uhr. „Nach vorheriger Absprache sind aber auch spätere Fahrten möglich“, sagte die Stadtsprecherin.

Beim DRK verwies man ebenfalls auf die Ausnahmeregelung. Wenn eine spätere Fahrt rechtzeitig angemeldet werde, bemühe sich das Tochterunternehmen DRK Mobil in jedem Fall, Lösungen zu finden, bekräftigte eine Rot-Kreuz-Sprecherin. Was bei dem betroffenen Bürger indes nicht alle Zweifel zu zerstreuen vermag. „Ich habe schon erlebt, dass keine Fahrten mehr möglich waren und ich das Theater um 21.30 Uhr mitten in einer Vorstellung verlassen musste“, schilderte der Mann.