Solinger Ditib-Gemeinde plant Moschee

Baupläne in Solingen: Ditib-Gemeinde will neue Moschee bauen

Die Bleibe in der City ist zu klein. Darum hat die größte muslimische Gemeinde der Stadt Umzugspläne zur Schlachthofstraße.

Die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde hat weitreichende Pläne. Weil die alten Räumlichkeiten an der Kasernenstraße in der Solinger Innenstadt im Lauf der Jahre immer beengter geworden sind, gibt es bei der größten muslimischen Gemeinschaft in der Klingenstadt inzwischen ernsthafte Überlegungen, den alten Standort in der City zu verlassen und an anderer Stelle neu zu bauen.

Wie jetzt aus Kreisen der Gemeinde zu erfahren war, schwebt Ditib dabei ein Gelände an der Schlachthofstraße in unmittelbarer Nähe zum Schlagbaum vor, auf dem zurzeit noch die Firma Otto Kalkum & Söhne (OKS Verpackungen) ihren Sitz hat. Zwar befänden sich die Planungen augenblicklich in einem sehr frühen Stadium, hieß es vonseiten Ditibs. Gleichwohl bestehe bei den Mitgliedern durchaus der Wunsch nach einer räumlichen Veränderung.

Auf dem Gelände der Firma Kalkum
Auf dem Gelände der Firma Kalkum könnte die neue Moschee samt Kindergarten gebaut werden. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

So könnte auf dem Areal an der Schlachthofstraße nicht allein eine Moschee, sondern darüber hinaus auch ein Kindergarten entstehen. Insgesamt werden die Investitionskosten auf einen Millionenbetrag taxiert, was nach Einschätzung der Ditib-Verantwortlichen aber kaum ein Problem darstellen dürfte. Sorgen bereiten vielmehr die baurechtlichen Voraussetzungen, die im Falle eines Neubaus erfüllt werden müssten.

Aus diesem Grund war vor kurzem eine erste Unterredung mit der Stadt anberaumt, bei der allerdings noch keine konkreten Ergebnisse erzielt werden konnten. Eine Sprecherin der Verwaltung bestätigte am Montag das Treffen mit Ditib und stellte gleichzeitig klar, planerische Resultate lägen noch nicht vor. Diesbezügliche Überlegungen der muslimischen Gemeinde müssten zunächst einmal „umfassend überarbeitet werden“, teilte das Rathaus mit.

Prinzipiell sei es so, dass in dem Mischgebiet an der Schlachthofstraße Wohnen wie Gewerbe denkbar seien, sagte die Stadtsprecherin. Und dies umfasse auch die Möglichkeit einer Moschee. Eine konkrete Entscheidung hänge schlussendlich von der Größe des Projekts ab, worüber im Fall der geplanten Ditib-Moschee indes einstweilen keine näheren Informationen existierten.

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In der Solinger Politik besteht die grundsätzliche Bereitschaft, Ditib bei der Suche nach einer neuen Bleibe zu unterstützen. Beispielsweise betonte der Vorsitzende des Planungsausschusses, CDU-Mann Bernd Krebs, nun auf Anfrage, gegen eine neue Moschee sei nichts einzuwenden. Gleichwohl müsse genau geprüft werden, inwieweit der vorgesehene Standort Sinn ergebe. Bernd Krebs: „Die Verwaltung ist aufgefordert, die Politik in dem Verfahren auf dem Laufenden zu halten“.

Einwände gegen den Standort Schlachthofstraße bestehen vor allem angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Grundstück um eine heute noch gewerblich genutzte Fläche handelt. „Und da ist schon ganz genau zu überlegen, ob dies der richtige Platz für eine Moschee ist“, gab vergangene Woche etwa ein weiterer Ratsherr zu bedenken. Denn schließlich, so die Begründung, sei Solingen ja nicht gerade übermäßig mit Gewerbeflächen gesegnet, so dass die vorhandenen Grundstücke tunlichst nicht zweckentfremdet werden sollten.

Tatsächlich stellt Otto Kalkum & Söhne seit 1949 seine Produkte her. Dazu gehören Kisten, Paletten sowie Schwergutverpackungen aus Holz und Schwerwellpappe, die vornehmlich an Firmen im Ruhrgebiet und im Bergischen geliefert werden. Den rund 30 Mitarbeitern stehen an der Schlachthofstraße 12.500 Quadratmeter zur Verfügung. Allerdings genügt das Grundstück nicht mehr heutigen Anforderungen. „Es ist ein historisches Areal, das nicht ideal zu nutzen ist“, verdeutlichte zuletzt Geschäftsführer Moritz Kalkum, nach dessen Einschätzung zur Herstellung von Exportverpackungen eine 2000 Quadratmeter große Halle mit Außenflächen wohl ausreichen würde.

Parallel unterstrich der Firmenchef, sein Unternehmen werde mit Sicherheit noch zwei bis drei Jahre an der Schlachthofstraße bleiben und auch später Solingen die Treue halten. Bezogen auf die Moscheepläne führte Kalkum seinerseits,  ebenso wie die anderen Beteiligten, aus, alles habe „noch Projektstatus, nichts ist in trockenen Tüchern“.