Solinger Clemens-Galerien suchen kleine Mieter

Innenstadt : Clemens-Galerien: Zurück in die Zukunft

Die großen Flächen im Center sind vergeben. Jetzt sollen die verbliebenen Ladenlokale eher kleinteilig vermietet werden. Eine Lösung für das Kaufhof-Gebäude ist noch nicht gefunden.

Die Folgen des großen Kahlschlags sind nach wie vor allgegenwärtig. Auch knapp zwei Jahre, nachdem der ehemalige Besitzer der Clemens-Galerien in der Solinger Innenstadt endgültig mit seinen Plänen gescheitert ist, das Einkaufszentrum am Mühlenplatz in ein innerstädtisches Outlet-Center umzuwandeln, herrscht vor allem in den Gängen der Galerien weiterhin Leerstand.

Doch dieses eher trostlose Bild, das die zwischenzeitlich angesiedelten Künstler des City-Art-Projekts ebenfalls nur bedingt aufzuhellen vermögen, soll bald schon der Vergangenheit angehören. Das jedenfalls ist das Ziel des neuen Eigentümers Dr. Jochen Stahl, der den Clemens-Galerien wieder Leben einhauchen will – und der nun im Gespräch mit unserer Redaktion eine Art Strategiewechsel bei der Revitalisierung des Centers ankündigte.

So soll das Hauptaugenmerk in Sachen Neuvermietung zukünftig auf kleinere Geschäfte gelegt werden. „Die größeren, zur Verfügung sehenden Flächen sind mittlerweile vermarktet“, sagte Stahl in dieser Woche und verwies in diesem Zusammenhang einmal mehr auf die Ketten Tedi, Kik und Rossmann sowie auf den Solinger Fachhändler Intersport Borgmann, die allesamt in die Galerien gezogen sind oder demnächst einziehen werden.

Gleichwohl erscheinen damit die Aufnahmemöglichkeiten für große Geschäfte innerhalb des im April 2000 eröffneten Einkaufszentrums erschöpft. „Die baulichen Bedingungen sind einfach so, dass im Gebäude selbst viele Versorgungsbereiche und Treppen liegen“, betonte Jochen Stahl. Und im ersten Obergeschoss nehme zudem die Stadtbibliothek einigen Platz weg, was alles zusammengenommen zur Folge habe, dass ein Umbau für ausgedehntere Verkaufsflächen kaum Sinn ergebe.

Dementsprechend heißt es nun in den Clemens-Galerien – wenigstens im übertragenen Sinn – „Zurück in die Zukunft“. Wie schon in den alten Galerien sollen für die verbliebenen Flächen im Erdgeschoss sowie in der ersten Etage kleinere Einzelhändler gewonnen werden. „Die Ladenlokale haben Größen von 30 bis 300 Quadratmetern“, umriss Stahl das zur Verfügung stehende Angebot in der Mall. Wobei der Geschäftsführer der Immobilien Solingen Projektgesellschaft, zu der die Clemens-Galerien gehören, parallel um etwas Geduld bat. So werde es gewiss noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die in Rede stehenden Geschäftsräume neu vermietet seien.

Vergleichbares gilt auch für die Inbetriebnahme des Asia-Restaurants „Himalaya“, das im ersten Stock das Gastronomie-Portfolio in den Clemens-Galerien ergänzen soll. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, das Restaurant im vierten Quartal des laufenden Jahres zu eröffnen. Aber dieser Termin lässt sich wohl nicht mehr halten. Wie Jochen Stahl bekannt gab, ist die Eröffnung nunmehr für das erste Quartal 2019 geplant.

Ein Zeitpunkt, zu dem dann in direkter Nachbarschaft zu den Galerien ein weiterer schmerzhafter Leerstand für den Handelsstandort Solingen möglichst vermieden sein soll. Wie vor einigen Monaten vonseiten des Konzerns mitgeteilt, wird sich Galeria Kaufhof demnächst aus der Klingenstadt zurückziehen. Darum laufen augenblicklich Gespräche, die eine Weiternutzung der Kaufhof-Flächen zum Gegenstand haben. Ein Ersatz für das letzte große Warenhaus in der Innenstadt, das seit dem Jahr 1928 in Solingen ansässig gewesen war, ist allerdings noch nicht gefunden worden.

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