Solinger Birkerbad wird erneut Ziel von Einbrechern

Baustart noch unklar : Birkerbad wird erneut Ziel von Einbrechern

Das Objekt wurde wieder Opfer von Vandalismus. Start für den Umbau der Immobilie ist unklar.

Eduard Meßmer hat die Faxen dicke. Hatte der Eigentümer des Birkerbads in Mitte und dem Hallenbad Ohligs an der Sauerbreystraße längere Zeit Ruhe von Vandalismus an den beiden Objekten gehabt, die er mit seiner Erftstädter Immobiliengesellschaft von der Stadt gekauft hat, sei jetzt erneut in das ehemalige Birkerbad eingebrochen worden. „Das Gebäude ist schon so gut wie möglich gesichert und mit Bretterverschlägen verbarrikadiert. Außerdem begeht unser Hausmeister mit seinem Bruder jeden zweiten Tag das Objekt. Trotzdem kommen da immer noch Leute vermutlich übers Dach rein.“

Der Hausmeister habe den erneuten Einbruch am Donnerstag bemerkt – die Eindringlinge hatten das Gebäude offenbar als Nachtlager genutzt, da auf dem Boden laut Meßmer überall Decken verstreut lagen. Was dem Investor aber viel mehr Sorge bereitet: „Die Leute hatten dort offenbar den Stromzähler angezapft, um Licht zu machen. Der Hausmeister hatte das Licht im Gebäude bemerkt“, so Meßmer. Dies sei allerdings eine gefährliche Angelegenheit: „Da sind mehrere hunderttausend Volt drauf. Wenn da einer einen Schlag bekommt, ist er tot.“ Zurzeit werde der Zähler im Keller des Objekts absprachegemäß noch von einem benachbarten Biergarten genutzt. Seitdem Meßmer die beiden Objekte erworben hat, wurde schon etliche Male in das ehemalige Birkerbad eingebrochen. Zweimal habe der Investor deswegen bereits Anzeige erstattet.

Auch beim geplanten Weiterverkauf der Objekte lief für Eduard Meßmer in den vergangenen Monaten nicht alles rund. Zwar hatte er für beide Immobilien im vergangenen Jahr einen Investor gefunden, doch habe dieser entscheidende vertragliche Bedingungen nicht eingehalten. „Das betreffende Unternehmen ist nun definitiv raus aus dem Geschäft“, hält er fest. Es sei aus dem Grundbuch bereits ausgetragen worden. Hatte Eduard Meßmer nach dem Kauf der Objekte bei der Stadt Bauvorbescheide erwirkt, hätte der nachfolgende Investor laut Kaufvertrag entsprechende Bauge­nehmigungen für die geplanten Objekte beantragen müssen. Was dieser aber laut Meßmer nicht tat.

Doch macht der Unternehmer Hoffnung, dass das von der Stadt geplante Nutzungskonzept für die beiden Objekte doch noch verwirklicht werden kann, denn für beide Immobilien habe er vielversprechende Investoren an der Hand. So ist im Birkerbad unter anderem ein Bio-Supermarkt, ein Café, ein Weindepot sowie als besondere Attraktion ein Flugsimulator geplant, während das alte Hallenbad in Ohligs zu einem Wohnkomplex umfunktioniert werden soll. Im Gespräch seien zum einen zwei Geschäftsleute aus Wuppertal und zum anderen ein Kölner Unternehmen, die großes Interesse an den früheren Bädern bekundet hätten. „Die Käufer müssen allerdings eine gewisse Anzahlung leisten. Immerhin haben wir jeden Monat Kosten von etwa 6000 Euro im Monat für die Objekte zu tragen, da die Versicherungen ja weiterlaufen“, hält Meßmer fest, gibt sich aber optimistisch, dass er mit den künftigen Investoren eine glücklichere Hand haben wird. „Auf jeden Fall müssen die Käufer entsprechende Sicherheiten nachweisen.“

Zwar hätten die Bauarbeiten an beiden Objekten eigentlich schon im Frühjahr beginnen sollen, bei der Stadt verzagt man über die Verzögerung aber nicht. „Die Investoren haben uns in den vergangenen Monaten regelmäßig über den Stand der Dinge informiert“, berichtet Stadtplanungsdezernent Hartmut Hoferichter. „Wir sind zuversichtlich, dass die neuen Käufer die Projekte nach dem Eigentumsübergang zügig anpacken werden.“

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