Solingen: Zwei neue Quartiersmanager für Burg

Stadtentwicklung: Zwei neue Quartiersmanager für Burg

Die beiden Fachleute für die Belebung von Stadtteilen haben Anfang Januar mit ihrer Arbeit in Burg begonnen. Zurzeit suchen sie den Kontakt zu allen Beteiligten. Viele Gastronomen sehen Burg gut für die Zukunft aufgestellt.

Die beiden Neuen kommen von Beginn an im Doppelpack daher. Und das dürfte angesichts der vielfältigen Aufgaben, die vor ihnen liegen, auch durchaus sinnvoll sein. Denn für die Herausforderung, der sich Duo in den nächsten Monaten und Jahren zu widmen hat, ist zuallererst eine gehörige Portion Ausdauer  vonnöten – und das nicht allein deswegen, weil die beiden frischgebackenen Quartiersmanager für Burg an ihren zukünftigen Arbeitsplatz einen veritablen Höhenunterschied von immerhin rund 100 Höhenmetern zu überwinden haben.

Wie die Stadt Solingen am Freitag auf Anfrage bestätigt hat, haben bereits Anfang Januar zwei speziell geschulte Fachleute für die Belebung von Stadtquartieren in Burg ihren neuen Job angetreten. Wobei die ersten Wochen der zwei Quartiersmanager zunächst einmal hauptsächlich dadurch geprägt waren, sprichwörtlich jede Menge Klinken zu putzen und den unterschiedlichen „Playern“ im östlichsten Stadtteil der Klingenstadt Antrittsbesuche abzustatten.

„So ist unter anderem vorgesehen, dass mit allen Gastronomen der Kontakt gesucht werden soll“, umriss der Vorgesetzte der beiden Neuen, Solingens oberster Stadtentwicklungsplaner Markus Lütke Lordemann, nun die Jobbeschreibung für die Quartiersmanager, die aus Köln kommen und laut Rathaus schon einschlägige Erfahrung in Sachen Revitalisierung von Quartieren gemacht haben. Und darüber hinaus, so Lütke Lordemann weiter, sei vorgesehen, dass das Duo demnächst ein eigenes Büro in Burg beziehe, um so dauerhaft sowie direkt vor Ort für die Bürger ansprechbar zu sein.

Axel und Almuth Eberhard (Waffelhaus) sehen für Burg viele Zukunftschancen. Foto: Martin Oberpriller

Was allerdings auch notwendig sein dürfte. Denn obwohl in den zurückliegenden Jahren viel Geld in die Hand genommen wurde, um Burg zu erneuern, und in Zukunft weiter Millionen – etwa in die Sanierung von Schloss Burg – fließen werden, stellt sich das Verhältnis zwischen Stadt und etlichen Burgern doch nach wie vor ein wenig getrübt dar.

So macht den Anwohnern und Gastronomen seit Jahren die Großbaustelle Unterburg zu schaffen. „Das ist eine Belastung“, sagte am Freitag beispielsweise Axel Eberhard, der seit rund zehn Jahren mit seiner Frau Almuth das „Waffelhaus auf Schloss Burg“ in Oberburg betreibt. Und der nun schon die Hälfte dieser Zeit damit leben muss, dass sein Restaurant sowie die anderen Betriebe am Schloss immer mal wieder über Wochen oder gar Monate von Solingen aus nicht direkt zu erreichen sind.

Dabei erachten die Eberhards den Stadtteil mit seiner vielfältigen Gastronomie durchaus gut aufgestellt. „Die zahlreichen Betriebe haben ganz unterschiedlichen Zielgruppen einiges zu bieten“, betonte Almuth Eberhard, derweil ihr Ehemann das Engagement vieler Burger für den Stadtteil unterstrich. Axel Eberhard: „Der Verschönerungsverein etwa ist mit seinen Mitgliedern sehr aktiv, wenn es darum geht, Burg sauber zu halten“.

Heiko Kahlenberg (Alte Kunst Weinkeller) freut sich auf den Kontakt zu den Quartiersmanagern. Foto: Martin Oberpriller

Tatsächlich sieht auch der Gaststättenverband Dehoga jede Menge Potenzial für die Entwicklung des Stadtteils. „Der Tourismus wird in Burg in Zukunft eine noch größere Rolle spielen“, bekräftigte in diesem Zusammenhang nun noch einmal die stellvertretende Geschäftsführerin Isabel Hausmann von der Dehoga Nordrhein.

Was wiederum auch die Stadt unterschreiben würde. Die Burger dabei unterstützen sollen fortan die beiden Quartiersmanager, die nächste Woche ihre Vorstell-Tour fortsetzen werden. Und die dann vielleicht auch im „Alte Kust Weinkeller“ in Unterburg vorbeischauen. Der dortige Inhaber Heiko Kahlenberg hatte nach eigenem Bekunden bislang nämlich noch gar nicht erfahren, dass die Manager inzwischen ihren Job angetreten haben.

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