Solingen: ZDS-Berufsinternat öffnet erst im Herbst

Süßwarenfachschule in Solingen : ZDS-Berufsinternat öffnet erst im Herbst

Ende Oktober ist das Berufsinternat II der Süßwarenfachschule fertig. Die Auftragslage bei Handwerkern ist eine Ursache.

Der Abschluss der Bauarbeiten des neuen Berufsinternates II der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) an der De-Leuw-Straße in Gräfrath verzögert sich. „Wir werden voraussichtlich erst Ende Oktober fertig“, sagt der kaufmännische Leiter der ZDS, Wolfgang Keller.

Ursprünglich sollte das Berufsinternat II mit Beginn des neuen Schuljahres Ende diese Monats Auszubildende der Süßwarenfachschule aufnehmen. Doch ein Fensterbauer machte der Zeitplanung einen Strich durch die Rechnung und musste während der Bauphase Insolvenz anmelden. „Dadurch haben wir vier Wochen verloren“, sagt Keller. Ohnehin sei es momentan schwer, Handwerker zu bekommen, überdies spielt die Ferienzeit mit. „Bei jedem Bau-Fertigungstermin muss derzeit auch immer berücksichtigt werden, dass die Handwerker über beide Ohren in mehreren Aufträgen stecken“, erklärt Wolfgang Keller.

Allerdings verlor das Neubauprojekt der ZDS bereits direkt am Anfang einen zeitlichen Rückschlag. „Wir bauen auf Fels“, sagt der kaufmännische Leiter, „allein für das Verlegen der Bodenplatte haben wir acht Wochen benötigt, weil der Felsboden hartnäckiger war als zunächst gedacht“. Keller ist nun aber zuversichtlich, dass der weitere Bauverlauf reibungslos über die Bühne geht und Ende Oktober das Berufsinternat bezugsfertig ist: „In den Herbstferien, Mitte Oktober, werden die Möbel geliefert.“

Wolfgang Keller ist kaufmännischer Leiter der ZDS und betreut das Bauprojekt. Foto: Meuter, Peter (pm)

Das Berufsinternat II hält 30 Doppelzimmer, zwölf Einzelzimmer und ein Gästezimmer vor, auf jeder der drei Etagen gibt es Gemeinschaftsräume. Während im Erdgeschoss Betonfertigteile eingebaut wurden, sind die drei Etagen in Holzbauweise entstanden. „Das Berufsinternat II bietet Platz für insgesamt 74 Leute“, sagt Wolfgang Keller.

Das direkt daneben liegenden Berufsinternat I der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft ist 2006 gebaut worden, es hat eine Etage weniger und bietet 45 Personen Platz. Keller: „Bis auf die Schulferien sind die Berufsinternate dauerhaft belegt. Die Schülerinnen und Schüler, die von ihren Unternehmen durchschnittlich sechs bis acht Wochen nach Gräfrath zum Blockunterricht geschickt werden, „erfahren eine Rund-um-Betreuung“, so Keller. Frühstück, Mittagessen, Abendessen, überdies gibt es Freizeitangebote. Sieben Sozialpädagogen stehen zur Verfügung.

Bauen auf Fels – das Verlegen der Bodenplatte dauerte länger als vorgesehen und war mit ein Grund dafür, dass sich das Bauprojekt verzögert. Foto: Meuter, Peter (pm)

Im Zuge des Neubaus sind zunächst 22 Parkplätze verlorengegangen, zwölf Stellflächen werden nach Fertigstellung der Baumaßnahme aber wieder reaktiviert, kündigt der kaufmännische Leiter an. Nichts hat sich trotz der zeitlichen Verzögerung an den Kosten der Baumaßnahme geändert. Die liege weiter bei fünf Millionen Euro. „Das ist der gesetzte Rahmen“, betont Wolfgang Keller.

Auf der Straße stehen müssen die Schülerinnen und Schüler, die mit Beginn des neuen Schuljahres in das Berufsinternat II einziehen sollten, allerdings nicht. Als Ausweichquartier steht weiterhin die ehemalige Gräfrather Jugendherberge (56 Betten) zur Verfügung.

Die ZDS hatte diese Immobilie vom Jugendherbergswerk für die Eigennutzung erworben. „Die Jugendherberge ist als Beherbergungsstätte ausgewiesen. Welcher Nutzungszweck nach Fertigstellung des Berufsinternates II zum Zuge kommt, muss noch abgestimmt werden. Wir sind hier auch in Gesprächen mit der Bauaufsicht“, sagt Wolfgang Keller. Lehrgangsteilnehmer könnten hier untergebracht werden, zuvor müssten die Räume allerdings umgebaut werden.