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Solingen / Wuppertal: Sechs Angeklagte im Drogen-Prozess

Mindeststrafe von fünf Jahren droht : Sechs Angeklagte im Drogen-Prozess

Wegen Drogenhandels und der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln müssen sich derzeit fünf Männer (22 bis 37 Jahre) und eine Frau (23) aus Solingen und Remscheid verantworten.

Die Angeklagten sollen von April bis November 2019 mehrfach Marihuana, Haschisch und Kokain aus den Niederlanden nach Solingen illegal eingeführt haben. Teilweise sollen die Drogen auch in Dortmund gekauft und in die Klingenstadt gebracht worden sein. Dort sollen sie für den Weiterverkauf in Wohnungen in der Walter-Flex-Straße und der Klemens-Horn-Straße zwischengelagert worden sein.

Die Anklage wirft der Gruppe vor, sich spätestens April 2019 zusammengeschlossen zu haben, um sich durch den Drogenhandel eine Einkommensquelle zu verschaffen. Organisator und „Chef“ soll ein 31-Jähriger gewesen sein, zwei weitere Angeklagte sollen als dessen „rechte Hand“ fungiert haben. Ein 22-Jähriger sei als Fahrer eingesetzt worden, die Frau und ein weiterer Mittäter sollen „Bunkerhalter“ gewesen sein.

In deren Wohnungen seien die Drogen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zwischengelagert worden. Die Anklage wirft der Gruppe sieben Einzeltaten vor, bei denen jeweils unterschiedliche Mengen an Betäubungsmitteln in Roermond oder Dortmund gekauft worden seien, um sie in Solingen zwischenzulagern und weiterzuverkaufen. Waren es anfangs noch 100 Gramm Kokain, so steigerte man den Einkauf bei der nächsten Tour auf 200 Gramm, um später vor allem Marihuana zu kaufen. Nachdem drei der Angeklagten im November 2019 schließlich knapp 13 Kilogramm Marihuana eingeführt und in einem der Solinger „Bunker“ eingelagert hatten, wurden sie nach dem Verlassen der Wohnung auf „frischer Tat ertappt“ und von der Polizei festgenommen.

Die Ermittlungen ergaben später, das man üblicherweise mit zwei Fahrzeugen unterwegs gewesen sein soll. Der „Chef“ soll in seinem Audi S5 Cabrio voran gefahren sein, um den Transportweg auszukundschaften. So habe man auch sicherstellen wollen, nicht in Polizeikontrollen zu geraten. Zu den beiden „Bunkerhaltern“ soll auch die mitangeklagte Frau gehört haben. In einer der Wohnungen sollen auch Waffen aufgefunden worden sein. Unter anderem hatten die Ermittler einen im Koffer verwahrte Schlagring und Vollgummigeschosse gefunden. Eine dazugehörige Waffe soll hingegen nicht sichergestellt worden sein. Beim „Chef“ und Organisator waren in der elterlichen Wohnung eine Pistole mit Munition und in der eigenen Wohnung eine Machete aufgefunden worden. Dort hatten Ermittler auch 190.000 Euro Bargeld sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unterschiedliche Tatbeteiligungen vor. Den Haupttätern droht im Fall der Verurteilung eine Mindeststrafe von fünf Jahren. Der Prozess wird fortgesetzt, es sind weitere 13 Verhandlungstage festgesetzt.