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Solingen / Wuppertal: Mann bei Polizeieinsatz erschossen - Schadensersatzklage abgewiesen

Zivilprozess am Landgericht Wuppertal : Witwen-Klage auf Schadensersatz abgewiesen

Die Klage der Solingerin, deren Mann bei einem Polizeieinsatz in der eigenen Wohnung ums Leben kam, wurde abgewiesen. Die Staatsanwaltschaft hatte das erste Verfahren eingestellt, der Polizist soll in Notwehr gehandelt haben.

Es hatte sich bereits am ersten Verhandlungstag angekündigt, nun hat der Zivilrichter am Wuppertaler Landgericht sein Urteil verkündet: Die Klage der Frau, deren Mann bei einem Polizeieinsatz in der eigenen Wohnung ums Leben kam, wurde abgewiesen. Andernfalls hätte das Land NRW tief in die Tasche greifen müssen: Die Klägerin hatte Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 200.000 Euro für sich und ihre Tochter gefordert.

Das Mädchen soll den Polizeieinsatz hautnah mitbekommen haben. In der Wohnung soll sich noch ein weiteres Kind aufgehalten haben: Der Junge soll unter einer Behinderung leiden – ob auch er zum Tatzeugen wurde und den tödlichen Schuss auf den Vater mitbekommen hat, ist nicht bekannt.

Im Februar 2019 war der 46-jährige Solinger bei dem Polizeieinsatz wegen zuvor gemeldeter „häuslicher Gewalt“ vor den Augen seiner Familie erschossen worden. War anfangs noch von einem Messer die Rede, so ist nun klar: Der Mann war in der Wohnung mit einem Sparschäler auf die beiden Polizeibeamten zugelaufen, bevor einer von ihnen zur Dienstwaffe gegriffen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren gegen den Polizisten bereits eingestellt, der Schütze soll in Notwehr gehandelt haben. Dieser Einschätzung schloss sich nun auch die Zivilkammer an: Der Schusswaffengebrauch sei angedroht worden – was jedoch nicht dazu geführt habe, dass der Mann von seinem Angriff abgelassen habe.

Dem Polizeieinsatz vorausgegangen waren Streitigkeiten der Eheleute, es soll sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben.