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Solingen/Wuppertal: Familienmitglieder sagen im Schnittert-Prozess aus

Landgericht Wuppertal : Familienmitglieder sagen im Schnittert-Prozess aus

Dem 47 Jahre alten Angeklagten aus Solingen wirft die Staatsanwaltschaft Raubmord vor. Als erste Zeugen hörten die Richter die hinterbliebenen, erwachsenen Kinder des 76-jährigen Opfers.

Die Einzelheiten des Mordes an einer 76-jährigen Solinger in, die in abgelegenen Hofschaft Schnittert gewohnt hat, müssen weiter beim Landgericht Wuppertal geklärt werden.

Der Angeklagte und mutmaßliche Täter, ein 47-jähriger drogensüchtiger Wohnsitzloser aus Solingen, soll bei der Durchsuchung des Hauses, in dem die alte Dame alleine lebte, überrascht worden sein. Er soll das Opfer mit einem „stumpfen, kantigen Gegenstand“ erschlagen haben. Den Kerbspuren am Boden nach könnte es ein Reststein aus einer Natursteinmauer gewesen sein, die die Familie kurz zuvor im Garten errichtet hatte. Mit anderen Resten war dieser Stein in Sichtweite der Haustür abgelegt worden. Darüber waren sich die Zeugen einig, die den Stein in der Wohnung gefunden hatten.

Die eigentlich angekündigte und erwartete Einlassung des Angeklagten musste verschoben werden. Corona-bedingt waren die Möglichkeiten einer Besprechung zwischen Anwalt und Angeklagtem nicht ausreichend. Ändern musste das Gericht deshalb auch die ursprüngliche Strategie,  nach dem erwarteten Geständnis die Einzelheiten der Einlassung durch die Zeugen zu überprüfen. Also wurde mit den Schilderungen der Betroffenen aus dem engsten Familienkreis begonnen. Wut und Schmerz waren fühlbar, das Opfer wurde als immer hilfreicher Dreh- und Angelpunkt  einer heilen Familie herausgestellt. Immer wiederkehrend waren die Fragen der Richter, inwieweit die zur Tatzeit unverschlossene Haustür nun ein Einzelfall war. Oder waren offene Türen in der Hofschaft als Einladung für Einbrecher bekannt? Bekannt ist ein Diebstahl von Pfandgut aus dem Keller des Hauses, danach seien diese Türen regelmäßig abgeschlossen worden. Auch offene Fenster wegen einer Katze habe es nicht gegeben.

Über Wertsachen im Haus sei der Familie wenig bekannt gewesen. Nach ungezieltem Durchsuchen hatte der Täter Schmuck gefunden, darunter Bernsteinketten und Goldschmuck. Aber nur ein Teil davon sei als Beute mitgenommen worden.

Die Einlassung des Angeklagten wird Genaueres über den Ablauf beitragen.