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Solingen / Wuppertal: Angeklagter kündigt Wahrheit im Raubmord-Prozess an

Landgericht Wuppertal : Angeklagter kündigt Wahrheit an

Nach der Beweisaufnahme wurde der Schnittert-Prozess unterbrochen und vertagt. Der wegen Raubmordes angeklagte Solinger will kommende Woche eine „wichtige Einlassung“ geben.

Im Schnittert-Prozess bestätigte der kriminaltechnische Ermittler, der die Leiche der 76-jährigen Rentnerin nach der Tat in der Solinger Hofschaft untersucht hatte, die bekannten Ergebnisse. Mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf, äußerlich erkennbar durch drei Quetschungen, und starker Blutverlust sollen zum Tod der Seniorin geführt haben.

Den Schlagspritzspuren ihres Blutes nach in der Diele und an der Haustür habe sie bei den ersten Schlägen noch gestanden, sei dann an der Haustür in sich zusammengesunken, erklärte der Ermittler vor dem Landgericht. Danach sei weiter auf sie eingeschlagen worden. Dabei seien vermutlich vom Tatwerkzeug auch vier Kerben im Laminatboden entstanden. Aber weder am schweren Stein, der als Tatwerkzeug in Verdacht steht, habe man Blutspuren gefunden, noch sei der Ursprung der Kerben klar. Einige Blutspuren außen an der Haustür würden nicht direkt zum Tatverlauf passen. Klar ist aber, dass der Körper des Opfers die Tür fast blockiert habe. Sie sei nur schwer nach innen zu drücken gewesen.

In der Pause zum nächsten Zeugen zitierte Gericht aus der langen Vorstrafenliste des Angeklagten. Nach einer schwierigen Jugend in einem alkoholabhängigen Elternhaus sei er seit seinem 15. Lebensjahr kokain- und heroinabhängig. Mit unzähligen Diebstählen habe er die typische Beschaffungskriminalität gelebt, die auch Gefängnisaufenthalte und Entziehungsmaßnahmen nach sich zogen.

Zum Entsetzen eines bereits mehrfach vergeblich geladenen Zeugen musste die Verhandlung im Anschluss abrupt unterbrochen werden. Der Verteidiger kündigte dem sichtlich konsternierten Vorsitzenden eine weitere wichtige Einlassung des Angeklagten an, die aber erst noch rechtlich ausgearbeitet werden müsse. Neue Termine werden deshalb nötig. Zur Frage des Richters, was der Angeklagte dem Gericht denn vorhabe zu sagen, gab es vom Verteidiger nur eine knappe Antwort: „Die Wahrheit natürlich“.