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Solingen: Wohnungsbaugenossenschaft investiert Millionen

Spar- und Bauverein Solingen : Spar- und Bauverein investiert Millionen

Die Wohnungsbaugenossenschaft hat im vergangenen Geschäftsjahr 5,7 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet.

Jeder zehnte Solinger wohnt unter den Dächern von Wohnungen des Spar- und Bauvereins Solingen (SBV) und zahlt eine durchschnittliche Miete von 5,73 Euro je Quadratmeter. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir über 200 Millionen Euro in unsere Wohnungen investiert“, sagt der SBV-Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Werner Bertl. Am Donnerstag legte er mit Teilen des Vorstandes die Bilanz 2018 der größten Wohnungsbaugenossenschaft im Rheinland vor. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist dabei einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro aus. Bei einer Bilanzsumme von 295 Millionen Euro stieg die Eigenkapitalbasis gegenüber 2017 um fünf Millionen Euro auf jetzt 111,6 Millionen Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 38 Prozent. „Alles, was hier erwirtschaftet wird, kommt den Unternehmen wieder zugute“, so Bertl.

Der Vorsitzende des SBV-Vorstandes, Ulrich Bimberg, sieht die Genossenschaft „wirtschaftlich sehr gut aufgestellt“. Gleichwohl steigen Bau- und auch Personalkosten. Dennoch hat der SBV auch im vergangenen Jahr 21,2 Millionen Euro in den Wohnungsbestand und in Neubauten investiert. „10,7 Millionen Euro flossen in die Instandhaltung, 7,6 Millionen Euro in die Modernisierung und 2,9 Millionen Euro in Neubauten“, rechnet Vorstandsmitglied Jürgen Dingel vor.

Auch in laufenden Geschäftsjahr will der SBV (13.808 Mitglieder) mehr als 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Wohnungen auch energetisch zu sanieren und neuen Wohnraum zu schaffen. Das Projekt „Generationenwohnen Böckerhof“ ist zunächst mit dem Abriss alter Wohnungen gestartet. Die Rohbauarbeiten für 33 Seniorenwohnungen (24 frei finanziert, neun mit öffentlichen Mitteln) beginnen ab Juli. Gebaut wird im Bereich Wittekindstraße/Argonner Weg in den kommenden Jahren bis voraussichtlich Mitte 2022. Zu den verschiedenen Bauabschnitten zählt auch ein Bewohnertreff, eine Tiefgarage, weitere Generationenwohnungen, zudem eine viergruppige Kindertagesstätte mit U3-Betreuung in Kooperation mit der AWO. Im ersten Bauabschnitt werden 5,4 Millionen Euro investiert, für die gesamte Siedlung sind 12,8 Millionen Euro vorgesehen. „Wir sind ein verlässlicher Auftraggeber und zuverlässiger Zahler für das Handwerk vor Ort und ein Wirtschaftsfaktor für Solingen“, sagt Ulrich Bimberg mit Blick auf die Investitionen.

Insbesondere Ein- (42,6 Prozent) und Zwei-Personenhaushalte (32,7 Prozent) sind Mieter des SBV, gefolgt von Drei-Personenhaushalten (13,6 Prozent) sowie vier und mehr Personen (11,1 Prozent). Die haben nicht nur lebenslanges Wohnrecht, sondern sind auch vor „Verwerfungen auf dem Wohnungsmarkt“, so Bertl, geschützt: „So etwas gibt es bei uns nicht. Die beste Mietpreisbremse sind die Genossenschaften. Wir müssen auch keine Aktionäre bedienen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende und ergänzt: „Wohnen verstehen wir als Grundrecht für Menschen.“

Gute Zahlen legten der Vorstand (v.l.) mit Manfred Krause, Ulrich Bimberg, Jürgen Dingel und Mirja Dorny (Vorstands-Referentin) mit Aufsichtsrat Hans-Werner-Bertl (M.) vor. Foto: Uwe Vetter

Aber auch die Mitglieder der 1897 gegründeten Genossenschaft dürfen sich erneut auf eine mit vier Prozent höchstmögliche Dividende auf ihre Genossenschaftsanteile freuen – sofern die Vertreterversammlung am 15. Juni im Saal der Stadtkirche am Fronhof zustimmt. Davon ist wie in den Vorjahren aber auszugehen. Jürgen Dingel betont: „Die Mitglieder haben sich die Dividende verdient.“