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Solingen wird vom ICE-Netz abgekoppelt

Dauerbaustelle in Bielefeld : Solinger Hauptbahnhof vom ICE-Netz abgekoppelt

Da in Bielefeld umfangreiche Arbeiten an Brücken laufen, wird der Solinger Hauptbahnhof sechs Monate vom ICE-Netz abgekoppelt. Von März bis Oktober werden keine Direktverbindungen mehr nach Berlin und Hannover angeboten.

Auf Bahnreisende mit den Fahrtzielen Berlin / Hannover kommen harte Zeiten zu. Denn nachdem die Deutsche Bahn AG auf der Zugstrecke zwischen dem Ruhrgebiet und der Bundeshauptstadt in Höhe von Bielefeld bereits im vergangenen Jahr damit begonnen hat, gleich drei Brücken zu sanieren, werden die Folgen der Maßnahme demnächst auch im Bergischen Land spürbar. So können wegen der Baustelle in Ostwestfalen im Sommerhalbjahr 2019 am Solinger Hauptbahnhof keine ICE-Züge mehr halten.

Das hat ein Bahnsprecher in dieser Woche auf Anfrage bestätigt. „Die Einschränkung gilt vom 16. März bis zum 11. Oktober“, sagte der Sprecher, der betonte, die Ausfälle würden sämtliche ICE-Züge von und nach Berlin beziehungsweise Hannover betreffen. Parallel verwies die Bahn auf alternative Verbindungen. So fahre in der besagten Zeit tagsüber beispielsweise alle zwei Stunden ein ICE vom Hauptbahnhof Wuppertal direkt in Richtung Hauptstadt.

Die Einschränkungen im Fahrplan werden notwendig, da ab März alle Personenzüge auf der vielbefahrenen Strecke bei Bielefeld über die dort vorhandenen Gütergleise geleitet werden. Wie die Bahn weiter mitteilte, sind dann innerhalb der Baustelle die eigentlich für den Personenverkehr vorgesehenen Schienen in Gänze nicht benutzbar, so dass die für zur Verfügung stehenden Gleiskapazitäten neu aufgeteilt werden müssen.

Mit der Konsequenz, dass die Fernreisenden im Sommerhalbjahr 2019 entweder die erwähnte Variante wählen und von Solingen nach Wuppertal pendeln, um dort in den ICE zu steigen, oder aber zunächst mit einem Intercity bis Münster fahren, von wo aus es dann – ebenfalls nonstop –  mit einem ICE weiter geht nach Berlin.

Dabei warten auf die Bahnkunden am Solinger Hauptbahnhof in der kommenden Zeit nicht allein schlechte Nachrichten. Im Gegenteil: Bereits vor  einigen Tagen sind an den Fernbahngleisen 3 und 8 nach monatelangem Stillstand endlich die neuen elektronischen Tafeln des modernen Fahrgastinformationssystems (FIS) in Betrieb genommen worden. „Die Anzeigetafeln wurden in den ersten Januartagen montiert“, gab der Bahnsprecher jetzt bekannt.

Somit ist die Ausstattung des Hauptbahnhofes mit den Tafeln an sämtlichen Bahnsteigen abgeschlossen. „Die Umrüstung auf das FIS-System hat rund 150.000 Euro gekostet“, hieß es vonseiten der Bahn, die den Solinger Hauptbahnhof in den zurückliegenden Jahren grundlegend saniert hat. Unter anderem waren neue Beleuchtungen sowie Sitzgelegenheiten installiert worden, was in der Summe mit mehr als neun Millionen Euro zu Buche geschlagen hatte.

Gleichwohl hören die Wartungs- beziehungsweise Ausbesserungsarbeiten dadurch nicht auf. Weil die moderne Technik anfällig ist, stehen stets aufs Neue Reparaturen an. Wie zum Beispiel in Kürze am S-Bahn-Gleis 10, wo jetzt ausgerechnet das FIS-System seinen Geist aufgegeben hat.

Schon einige Tage lang zeigt die Tafel den Pendlern in Richtung Düsseldorf keine Verbindungen und weitere Informationen mehr an. Und das wird wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile so bleiben. „Wir gehen momentan davon aus, dass das System erst Ende Februar wieder funktionieren wird“, sagte der Bahnsprecher. Der Grund hierfür: Offenbar ist im Rechner der Tafel etwas defekt, so dass das kaputte Bauteil beim Hersteller neu bestellt und danach in Gänze ausgetauscht werden muss.