1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Wieder mehr Einsätze für die Feuerwehr

Jahresbericht der Feuerwehr Solingen : Wieder mehr Einsätze für die Feuerwehr

Der Jahresbericht 2021 der Feuerwehr zeigt, dass die Einsatzkräfte auch 2021 alle Hände voll zu tun hatten. Die Zahl der Brände stieg. Ein Hauptschwerpunkt war zudem das katastrophale Hochwasser im Sommer vergangenen Jahres.

Über einen Mangel an Arbeit können sich die Feuerwehrleute in der Klingenstadt auch weiterhin nicht beklagen. Denn wie schon im Jahr 2020 ist die Zahl der Brandeinsätze für die Feuerwehr im zurückliegenden Jahr erneut deutlich in die Höhe gegangen. Das geht aus dem jüngsten Jahresbericht der Feuerwehr Solingen hervor, der im vergangenen Monat fertiggestellt wurde und der am gestrigen Dienstagabend während der Sitzung des Haupt- und Personalausschusses erstmals der Politik präsentiert worden ist.

Demnach rückten die Feuerwehrfrauen und -männer der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr zwischen Januar und Dezember 2021 insgesamt 359-mal zu tatsächlichen Bränden aus. Zum Vergleich: 2020 hatte diese Zahl noch bei 241 Einsätzen gelegen, so dass binnen Jahresfrist ein Anstieg um fast 50 Prozent zu registrieren war. Wobei die Fehlalarmierungen in diesen Werten nicht enthalten sind. Hier gab es wiederum eine positive Entwicklung, reduzierte sich die Zahl der falschen Alarme doch um genau 80 von 434 auf 354 Einsätze.

 Bei dem Großbrand in einem Autohaus an der Kottendorfer Straße in Ohligs brannten im Mai auch zahlreiche Autos aus.
Bei dem Großbrand in einem Autohaus an der Kottendorfer Straße in Ohligs brannten im Mai auch zahlreiche Autos aus. Foto: Peter Meuter
  • Die Löscheinheit Baersdonk freute sich über
    Brandbekämpfung in Geldern : Viele Ehrungen für Löscheinheit Baersdonk
  • In 2021 wurde in NRW weniger
    76.771 Paare heirateten : Zahl der Eheschließungen in NRW ging 2021 leicht zurück
  • Jahresbilanz der Verbraucherzentrale Solingen : Hohe Energiepreise sorgen für Ansturm bei Beratung

Ebenfalls nach oben bewegte sich die Anzahl der Großbrände. So mussten die Kräfte der Feuerwehr im abgelaufenen Jahr in der Summe achtmal große Feuer bekämpfen, während dies im Jahr 2020 lediglich dreimal der Fall gewesen war. So stand Anfang 2021 zum Beispiel die Scheune eines Bauernhofes nahe der Burg Hohenscheid in Flammen – wobei bei diesem Brand glücklichweise weder Menschen, noch Tiere (darunter Alpakas) zu Schaden kamen. Und im Mai vergangenen Jahres brannte es zudem in einem Autohaus in Ohligs, wo zwar ebenfalls niemand verletzt wurde, aber gleichsam ein hoher Sachschaden entstand.

Das alles andere in den Schatten stellende Ereignis war im Jahr 2021 allerdings das katastrophale Hochwasser Mitte Juli. Seinerzeit wurde der Stadtteil Unterburg innerhalb kürzester Zeit von Eschbach und Wupper unter Wasser gesetzt. Und auch in anderen Stadtteilen richtete der ungewöhnliche Starkregen vom 14. Juli schwere Schäden an. So starb unter anderem ein Mann im Keller seines Hauses. Wobei die Zahl der Toten womöglich noch weit höher ausgefallen wäre, hätten sich die Feuerwehr sowie andere Hilfsorganisationen beziehungsweise städtische Stellen damals nicht über Tage hinweg in einem Dauereinsatz befunden.

Tatsächlich schnellte nicht zuletzt aufgrund der Flutkatastrophe die Zahl der sogenannten Hilfsleistungen durch die Feuerwehr 2021 merklich in die Höhe. Insgesamt stiegen die Hilfsleistungen von 1326 Einsätzen im Jahr 2020 auf nunmehr 2045 Einsätze. Davon entfielen allein 588 Einsätze in den Bereich Wasser- und Sturmschäden. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 hatte es lediglich 45 Einsätze dieser Kategorie gegeben.

Weniger klar ist hingegen der Grund für die Zunahme bei den Brandeinsätzen. „Es kann zum Beispiel sein, dass es in einem trockenen Sommer verstärkt zu Einsätzen wegen Wiesenbränden kommt“, sagte der Leiter der Solinger Berufsfeuerwehr, Branddirektor Dr. Ottmar Müller, am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion. Und darüber hinaus, so Müller, hätten sich einige Zahlen im Jahresbericht 2021 auch im Zuge einer neuen Software und damit einhergehend mit einer Änderung der statistischen Erfassung verschoben.

Insgesamt gab es am Stichtag 31. Dezember 2021 bei Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr 657 Personen. Davon verrichteten bei der Freiwilligen Feuerwehr, die unter anderem in acht Löscheinheiten organisiert ist, 269 Kameraden ihren Dienst. Die Berufsfeuerwehr verfügte über 220 aktive Mitglieder. Hinzu kamen des Weiteren 30 Kräfte bei Werks- und Betriebsfeuerwehren, 106 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 19 Mädchen und Jungen bei der Kinderfeuerwehr sowie im Musik- und Versorgungszug in der Summe 13 Personen.