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Solingen: Weltmusik-Konzert im Lichtturm mit Ensemble Ay

Weltmusik-Konzert in Solingen : Tradition trifft Moderne im Lichtturm

Das „Ensemble Ay“ kommt für professionelle Film- und Tonaufnahmen seiner Weltmusik sowie ein Livekonzert voller Fernblick nach Solingen.

Wohlklingend und ein wenig eigentümlich hallt es durch den Gräfrather Lichtturm. Unter der spektakulären Glaskuppel probt das „Ensemble Ay“, ein Quartett auf nicht enden sollender Reise ins Land der Klangwelten und der Suche nach einem eigenen gemeinsamen musikalischen Profil. Die Quellen, aus denen die vier Musikerinnen schöpfen können, sind so ergiebig wie vielfältig und gegensätzlich.

„Wir sind alle Vollblutimprovisatorinnen und haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal gemeinsam beim Frauen-Musikfestival „Future Now“ im Mirkebad in Wuppertal auf der Bühne gestanden“, berichtet Gunda Gottschalk. Zusammen mit Ute Völker und zahlreichen Mitstreiterinnen initiierte sie dieses vielbeachtete Event nur von Frauen – nicht nur für Frauen.

Die beiden klassisch ausgebildeten Wuppertaler Spezialistinnen für zeitgenössische und experimentelle Musik an Violine und Akkordeon sowie Kuratorinnen der namhaften Peter Kowald Gesellschaft, sind jede für sich gestandene Größen in der umtriebigen Weltmusikszene. Etliche Jahre bereits sorgen sie stets aufs Neue für außergewöhnliche und bemerkenswerte Konzertereignisse. Mit der Koreanerin Bo-Sung Kim an traditionellem Schlagwerk und der kasachisch-türkischstämmigen Sängerin Saadet Türköz, haben sie sich im „Ensemble Ay“ verbündet. Ay ist türkisch und bedeutet Mond.

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Die in Korea geborene und in Berlin aufgewachsene Bo-Sung Kim spannt in ihrem rhythmischen Schaffen einen Bogen von der traditionellen koreanischen Perkussion hin zur aktuellen Performancekunst. Ähnlich ist das vokalistische Werk der Wahlschweizerin Saadet Türköz vom Spannungsfeld zwischen modernem Freejazz und der musikalischen Tradition ihrer Wurzeln im Hochland Klein- und Zentralasiens geprägt.

Gunda Gottschalk kennt den einstmaligen Wasserturm in Gräfrath – mit 276 Metern Solingens höchster Punkt – als außergewöhnlichen Spielort gut. Hier hat sie schon einige Male solo und in verschiedensten Klangkollektiven konzertiert. In den runden Formen des Bauwerks finden sich die vier Tonkünstlerinnen wieder und wohl. Die geschwungenen Treppen – rauf und runter – symbolisieren für sie darüber hinaus etwas Zyklisches. Bei solchen Aufnahmen muss das ganze Setting einfach passen: „Glücklicherweise ist die Familie Dinnebier ein Freund der Avantgarde, sehr kulturaffin und fördert gerne die Kunst auch jenseits des Mainstreams.“

So vermeintlich widersprüchlich es auch klingen mag, frei improvisierte Musik in Ton und Bild festzuhalten, nutzen die vier Musikerinnen ganz bewusst professionelle Möglichkeiten, um sich zeitgemäß zu präsentieren und populärer zu werden. Dies ermöglichen auch Mittel aus dem Musikfond e.V. mit Sitz in Berlin, dessen Ansinnen es unter anderem ist, allen Bereichen der zeitgenössischen Musik mehr Geltung zu verschaffen und die Rahmenbedingungen für deren Entwicklung zu verbessern. „Eine deutlich höhere Frauenquote kann der Szene nur guttun“, ist Gunda Gottschalk überzeugt. „Leider können wir coronabedingt noch nicht genau sagen wann. Wir freuen uns aber schon sehr darauf, spätestens im kommenden Frühsommer an dieser Stelle wieder live und vor interessiertem Publikum auftreten zu dürfen.“