Solingen: Weihnachtsmärkte in Höhscheid und Gräfrath fallen aus

Advent in Solingen : Weihnachtsmärkte in Höhscheid und Gräfrath fallen aus

Sowohl in Gräfrath als auch in Höhscheid gibt es keinen Trubel im Advent. Ohligs, Mitte und Wald stemmen das Vergnügen aber erneut.

Schon im vergangenen Jahr fiel der Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz in Gräfrath aus. „Das wird auch in diesem Jahr so sein“, erklärt Roland Todtenbier. Er hatte den Markt zuletzt organisiert. Zwar seien die Rechtsfragen geklärt, doch die Zeit für die Vorbereitung sei zu kurz.

In Höhscheid steht der Umbau des Gründer- und Technologiezentrums einer erneuten Auflage der „Weihnachtsfabrik“ im Wege. Dort wird bis Ende November gebaut – terminlich zu riskant, um für das erste Adventswochenende einen Markt zu planen. Olaf Koppenhagen von der Aktionsgemeinschaft Höhscheid/Grünewald erklärt, die Händlergemeinschaft habe sich zu einem Jahr Pause entschlossen. „Für ein Jahr wollen wir keinen Ersatzort suchen.“ Das sei mit zu viel bürokratischem Aufwand bei den Anträgen verbunden.

In Wald geht der Bürgerverein zuversichtlich ans Werk. Finanziell ist der Weihnachtsmarkt nicht einfach zu organisieren. Darum hatte es im Sommer Streit in dem Verein gegeben, der mittlerweile beigelegt ist. Das Weihnachtsdorf wird vom 6. bis 8. Dezember rund um die evangelische Kirche aufgebaut. Am 7./8. Dezember findet auch wieder der Aufderhöher Weihnachtsmarkt in Bethanien statt.

Das gleiche Wochenende (6. bis 8. Dezember) ist auch der Termin für den Ohligser Weihnachtsdürpel. Dessen Organisation in der Parkanlage Wittenbergstraße liegt in den Händen von Timm Kronenberg, der für die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft verschiedene Veranstaltungsformate betreut.

Die Organisation ist oft auch das Problem. Todtenbier berichtet, dass man sich im November bereits zusammensetzen wolle, um zu planen, wer für eine Neuauflage des Weihnachtsmarkts in Gräfrath im Dezember 2020 Hilfe leisten könne. „Der Umfang der Vorbereitung und die tatsächliche Durchführung beanspruchten tatsächlich viel Zeit“, bestätigt Susanne Garpheide-Keusen. Sie hat für den Werbe- und Interessenring der Innenstadt die weihnachtlichen Fäden in der Hand. Für den 14./15. Dezember hat sie bereits ein Programm für den Fronhof zusammengestellt. Sind es am Samstag die Chöre, die die Musik bestimmen, werden es am Sonntag Pop- und Rockmusiker sein. „Aber die wollen auch alle betreut werden“, sagt die Center-Managerin der Clemens-Galerien. Mit den Auf- und Abbautagen sei sie an vier Tagen jeweils über zwölf Stunden beschäftigt.

Kronenberg kennt das und ergänzt, dass auch der Weihnachtsdürpel viel Arbeit bedeute. Gerade den in Veranstaltungen nicht so erfahrenen Vereinen müsse er immer wieder unter die Arme greifen. Aber er ist froh, dass noch viele Vereine am Dürpel teilnehmen, „denn sie machen das Flair aus“.

Das sehen die Macher des Walder Bürgervereins auch so und sind froh, dass zusammen mit dem gleichzeitig stattfindenden Weihnachtsmarkt der Kirchengemeinde ungefähr die Hälfte der Stände von Vereinen, Initiativen und Gruppen betrieben werden. Aber auch Händler aus dem Stadtteil wagen sich mit einem Stand in den Bereich von der Kirche bis zum Ende der Stresemannstraße.

Doch nicht nur die Menschen in den Stadtteilen versuchen die Tradition der Weihnachtsmärkte aufrecht zu halten. Auch Profis bieten Märkte an. Tradition hat mittlerweile das Budendorf von Frank Decker auf dem Mühlenplatz. Es wird am 21. November eröffnet und schließt am 22. Dezember.

Und schließlich gibt es noch den romantischen Weihnachtsmarkt rund um Schloss Grünewald. Dieser wird von der Agentur der Wuppertalerin Anke Peters organisiert, die ganzjährig hochwertige Märkte durchführt. Gegen Eintritt können die Besucher vom 13. bis 15. Dezember sowie 20. bis 22. Dezember die Anlage besuchen.

(Boll)
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