Solingen: Warten auf Fördermittel für neuen Kunstrasenplatz

Kunstrasenplätze in Solingen : Warten auf den Förderbescheid

Mit dem Neubau des Kunstrasenplatzes Höher Heide II kann nicht begonnen werden, weil der Förderbescheid des Bundes fehlt. Austausch des Kunstrasens in Höhscheid verzögert sich.

Groß war die Freude im April dieses Jahres, als der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages knapp 2,1 Millionen Euro Fördermittel für den Neubau des Sportplatzes Höher Heide II in Aufderhöhe bewilligte. Doch drei Monate später ist immer noch kein Geld aus Berlin geflossen: „Der Förderbescheid des Bundes fehlt“, sagt Vanessa Jaczek vom Stadtdienst Sport und Freizeit auf Anfrage unserer Redaktion.

Das liegt am langwierigen Verfahren. Denn der Innenausschuss hat zwar die Mittel bewilligt und damit eine Interessensbekundung abgegeben. Die ausgewählten Städte wie Solingen mussten danach erst noch einen formalen Antrag an das zuständige Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung stellen, um die Fördergelder aus dem Topf des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen Sport, Jugend, Kultur“ tatsächlich zu erhalten. „Das ist geschehen. Wir haben hier keine Fristen versämt“, versichert Sabine Rische von der städtischen Pressetelle.

Ohne Förderbescheid sind den kommunalen Planern aber die Hände gebunden. Liegt der Bescheid vor, können konkrete Planungen und die Ausschreibung in Angriff genommen werden. „Wenn klar ist, was im Einzelnen bewilligt ist, können wir mit den Ausschreibungen beginnen“, so Stadtdirektor Hartmut Hoferichter im April, als der Haushaltsausschuss die Mittel zusagte.

Dabei wird der dann 13. Kunstrasenplatz Höher Heide II als Ersatz für den im Zuge der Wohnbebauung verschwundenen Platz am Hermann-Löns-Weg dringend gebraucht. „Wir laufen zurzeit an allen Plätzen über“, sagt Vanessa Jaczek. Doch selbst wenn der Förderbescheid in Kürze das Solinger Rathaus erreicht, wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis der Sportplatz Höher Heide II bespielbar ist: „Wir rechnen mit einem Jahr Bauzeit“, sagt Jaczek. „Je eher der Förderbescheid deshalb da ist, desto besser“.

Alle Vereine, die zuvor am Hermann-Löns-Weg in Ohligs gespielt haben, würden für den neuen Platz in Frage kommen. Auf den derzeit zwölf Kunstrasenplätzen im Stadtgebiet heißt es deshalb: Zusammenrücken. Der 1. FC Solingen fühlt sich auf der Sportanlage Schaberg allerdings sehr wohl und will von dort gar nicht mehr weg, heißt es.

Aber auch auf einer anderen Anlage läuft es derzeit nicht rund: Der Austausch des Kunstrasens auf dem Sportplatz an der Neuenkamper Straße in Höhscheid verzögert sich. Ursprünglich sollten die Arbeiten hier bereits nach dem Pfingstturnier Mitte Juni in Angriff genommen werden. Jetzt wird voraussichtlich erst am 5. August der in die Jahre gekommene Kunstrasen ausgewechselt. „Die Ausschreibung dauerte länger“, sagt Vanessa Jaczek mit Blick auf die Verzögerung. „Zudem muss der Kunstrasen noch produziert werden“.

Der Auftrag zum Austausch der Rasenfläche sei nun jedoch vergeben an ein Unternehmen, das aber erst ab dem 5. August verfügbar ist. Jaczek geht von zwei bis vier Wochen Bauzeit aus – wenn alles klappt. In dieser Zeit ist der Platz nicht bespielbar – für die Fußballvereine gerade in der Saisonvorbereitung ein Handicap.

Der Kunstrasenplatz an der Neuenkamper Straße ist der älteste im Stadtgebiet. Der Platz wurde 2003 angelegt. Bis 2006 folgten als Ersatz für die Ascheplätze weitere zwölf Anlagen im Stadtgebiet.

Die Lebensdauer derlei Plätze wird mit zwölf bis 15 Jahren angegeben – der komplette Austausch des Platzes an der Neuenkamper Straße ist von daher „dringend erforderlich“, sagt Sportausschuss-vorsitzender und Bürgermeister Ernst Lauterjung (SPD).

Der Stadtdienst Sport und Freizeit geht davon aus, dass der Untergrund des Platzes in Höhscheid in einem guten Zustand ist. Von daher wird für die Erneuerung des Kunstrasens ein Betrag in Höhe von rund 250.000 Euro veranschlagt. Abbau und Entsorgung des alten Rasens sind in diesen Kosten enthalten, zudem der neue Belag sowie das Klebematerial.

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