Solingen: Walder Kotten ist als Veranstaltungsort gefragt

Walder Kotten: Ein historischer Ort für Veranstaltungen

Der Walder Kotten kann für private Feiern gemietet werden. Parallel finden weiter Modernisierungsarbeiten statt.

Früher ein Werkstatt- und Fabrikgebäude, heute ein beliebter Veranstaltungsort mit historischem Charme: Der Walder Kotten hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Und die Veränderungen dauern an. In dieser Woche wird im Eingangsbereich des historischen Gebäudes eine Isolierung gegen Feuchtigkeit und Kälte eingebaut. Darüber hinaus werden auch die Wände auf dem Dachboden neu verputzt.

Bis 1993 wurde der Walder Kotten in seiner ursprünglichen Funktion als Herstellungsbetrieb genutzt. Auch heute stehen in den alten Werkstatträumen noch Schmiedegeräte und Werkzeuge. Die historische Spindelpresse beispielsweise funktioniert durch Muskelkraft und ist noch funktionsfähig. Früher wurden mit der Presse Geldstücke geprägt, heute dient sie, ebenso wie die teilweise motorbetriebenen Maschinen, der Veranschaulichung.

Das gesamte Gebäudeensemble befindet sich im Besitz der Stadt und beherbergt unter anderem einen Kindergarten, das Laurel & Hardy-Museum sowie einen vielseitig nutzbaren Veranstaltungsraum. Seit 1984 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz – sowohl innen als auch außen. Daraus ergeben sich Vorgaben und gewisse Einschränkungen für die Bauarbeiten, die zu beachten sind. Der Walder Bürgerverein kümmert sich um den Betrieb und die Instandhaltung des Gebäudes. Trotz der laufenden Arbeiten sieht Wolfgang Müller, Vorstandsmitglied des Vereins, noch viel Arbeit. Sowohl eine Heizung, als auch eine Beleuchtungsanlage im hinteren Bereich des Kottens wären dringend notwendig. Derzeit wird der Veranstaltungsraum mit einem Ofen und elektrischen Heizern aufgewärmt. Dafür sei aber jedesmal eine Vorlaufzeit von fünf bis sechs Stunden notwendig. Problematisch sei die Finanzierung der Umbauten. Um Unterstützung zu erhalten, hat der Walder Bürgerverein einen Zuschussantrag beim Land NRW gestellt. Bei einer Bewilligung würde das Land 2000 Euro bereitstellen, mit denen die historische Transmission des Hauses und die Elektroverkabelung instand gesetzt werden sollen. Wolfgang Müller hofft, dass die Förderung bis zum Sommer genehmigt wird.

Der Walder Bürgerverein ist aber weiter auf Sponsoren und freiwillige Hilfe angewiesen. Einer der ehrenamtlichen Helfer ist Peter Trossert. Vor einiger Zeit hat er die Toilettenanlage selbst gebaut, und auch heute unterstützt er die Umbauarbeiten. „Handwerksarbeiten sind mein Hobby, und ich freue mich, wenn ich den Kotten voranbringen kann“, sagt der Rentner.

Der Walder Kotten ist als Veranstaltungsort sehr gefragt. Neben Konzerten und kulturellen Vorträgen, organisiert durch den Bürgerverein, können die Räume auch für private Feiern gebucht werden. Dafür ist allerdings etwas Weitsicht notwendig – bis Mitte 2020 ist der Walder Kotten ausgebucht.

Mehr von RP ONLINE