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Solingen-Wald: Dritte Automatensprengung in den letzten drei Jahren

Täter entkommen unerkannt : Dritte Automaten-Sprengung in drei Jahren

Unbekannte haben in der Nacht auf Donnerstag zum wiederholten Mal den Geldautomaten der Deutschen Bank an der Friedrich-Ebert-Straße in die Luft gejagt. Die Täter entkamen anschließend trotz einer Großfahndung mit ihrer Beute.

Die Spuren der Detonation waren auch am Morgen danach deutlich sichtbar. Überall lagen Glassplitter. Und Kunden, die nur mal kurz Geld abholen wollten, mussten sich notgedrungen eine andere Bank suchen. Denn nachdem die kleine Selbstbedienungsfiliale der Deutschen Bank an der Friedrich-Ebert-Straße in Wald in den zurückliegenden knapp drei Jahren bereits mehrfach von Kriminellen heimgesucht worden ist, haben unbekannte Täter in der Nacht zu Donnerstag erneut zugeschlagen und den dortigen Geldautomaten zum wiederholten Mal in die Luft gejagt.

Wie die Polizei später mitteilte, ereignete sich die Tat gegen 3.50 Uhr. Demnach verschafften sich die Räuber zunächst Zutritt zu der Walder Niederlassung der Deutschen Bank, um danach den Geldautomaten zu sprengen. Dabei war die Explosion so ohrenbetäubend, dass die Nachbarn in der Umgebung aus ihrem Schlaf gerissen wurden. Nach Informationen unserer Redaktion erlitt eine Frau angesichts der Heftigkeit der Detonation sogar ein sogenanntes Knalltrauma und musste noch in der Nacht mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Noch in der Nacht stellte die Polizei diesen weißen Opel Combo sicher. Ob er mit der Tat im Zusammenhang steht, wird augenblicklich untersucht. Foto: Blaulicht-Solingen

Ein Zeitpunkt, zu dem die Täter längst schon wieder das Weite gesucht hatten. Laut Zeugenaussagen dauerte der Überfall lediglich einige Minuten. Wobei die Unbekannten – im Gegensatz zur letzten Tat im Juni vergangenen Jahres, als es bei einem Sprengversuch geblieben war – diesmal „erfolgreicher“ agierten. Denn wie ein Sprecher des unter anderem für Solingen zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal am Donnerstagnachmittag auf Anfrage bestätigte, gelang es den Kriminellen nunmehr sehr wohl, Geld aus dem Bankautomaten zu erbeuten.

Durch die Explosion barsten einige Fensterscheiben. Foto: Martin Oberpriller

Direkt nach der Tat flüchteten die Räuber dann mit einem Motorroller in Richtung Walder Marktplatz, wo sich bis auf Weiteres ihre Spur verlor. Zwar leitete die mittlerweile alarmierte Polizei noch in der Nacht eine groß angelegte Fahndungsaktion ein, bei der beispielsweise ein Helikopter zum Einsatz kam. Gleichwohl blieben sämtliche ergriffenen Maßnahmen einstweilen ohne Erfolg, so dass sich die Automaten-Sprenger auch am Donnerstagabend nach wie vor auf freiem Fuß befanden.

Dementsprechend wartet auf die Beamten der Kriminalpolizei in den kommenden Tagen jede Menge Arbeit. So wurde etwa am Tatort ein weißer Opel Combo sichergestellt, der nun dahingehend zu untersuchen ist, ob er zu den Tätern gehört. Und darüber hinaus gilt es zu klären, inwieweit Parallelen zu dem letztendlich gescheiterten Sprengversuch vom Sommer 2018 existieren. Denn tatsächlich waren die Täter damals ebenfalls mit einem in der Nähe geparkten Motorroller verschwunden.

Die Deutsche Bank betonte derweil, bei der Aufklärung der Tat eng mit der Polizei zusammenzuarbeiten. „Wir stehen in einem dauernden Kontakt zu den Behörden“, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Frankfurt / Main. Wann die Selbstbedienungsfiliale an der Friedrich-Ebert-Straße wieder von den Kunden des Geldinstituts genutzt werden kann beziehungsweise wie es mit dem Standort weitergehen wird, steht aber noch nicht fest.

In den zurückliegenden Jahren hatten ähnliche Fälle wie jetzt in Wald mehrfach für Aufsehen gesorgt. Der Automat der Deutschen Bank war erstmals im Oktober 2016 von Kriminellen angegriffen worden. Seinerzeit war den Tätern, die laut Polizei später gefasst werden konnten, ein sechsstelliger Euro-Betrag in die Hände gefallen. Eine vergleichbare Sprengung hatte es zudem im Jahr 2017 an dem Geldautomaten der Stadt-Sparkasse Solingen an der Hildener Straße in Ohligs gegeben.