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Solingen: Walbusch kleidet Handball-Bundestrainer Gislason ein

Alfred Gislason in Solingen : Walbusch kleidet Bundestrainer ein

Beim Solinger Mode-­Unternehmen richtete der Deutsche Handball-Bund seine erste Pressekonferenz seit Beginn der Corona-Krise aus. Die Firma ist seit Januar offizieller Fashion-Partner der Nationalmannschaft.

Die Partnerschaft des Solinger Unternehmens Walbusch und des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist eine ungewöhnliche: Im Handball ist es noch nicht üblich, über einen offiziellen Fashion-Ausstatter zu verfügen. Die Nationalmannschaft aber ist inzwischen nicht nur für sportliche Anlässe bestens ausgerüstet. Für Reisen und förmlichere Anlässe greift das Team auf Outfits von Walbusch zurück.

Die Firma ist seit Januar sogar offizieller Fashion-Partner des DHB und hat nun im Rahmen der Einkleidung von Bundestrainer Alfred Gislason zur Pressekonferenz in seine Räumlichkeiten eingeladen. Es ist die erste mit DHB-Beteiligung seit Beginn der Corona-Krise.

Bevor Gislason sich ausgiebig den Fragen zur Nationalmannschaft stellt, erörtert Walbusch-Geschäftsführer Marcus Leber, wie die Partnerschaft entstanden sei. „Die Anfrage kam, als 2019 eine Einladung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel anstand. Da wollte das Nationalteam sich passend anziehen“, sagt Leber. „Die Handballer passen eben nicht unbedingt in Outfits von der Stange. So haben wir ein komplett neues Anzugskonzept entwickelt.“ Die Idee: Die Monturen sollen sich so bequem tragen wie Jogginganzüge, aber auch für förmlichere Anlässe geeignet sein.

Gislason, der im Februar als Trainer der Nationalmannschaft installiert wurde, überzeugte sich im Maß-Atelier des Solinger Unternehmens persönlich von der hohen Qualität. „Das letzte Mal, dass ich eine Pressekonferenz im Anzug gegeben habe, war wohl 2010 nach dem Champions-League-Sieg mit dem THW Kiel“, erinnert sich der Isländer. „Es war auch für mich etwas Besonderes, eingekleidet zu werden.“ Der neue Anzug jedenfalls steht dem Coach gut.

Dass dessen Expertise zum Sportlichen gefragter ist als zur Mode, ist keine Überraschung. Gislason freut sich, dass der Handball langsam aber sicher wieder Fahrt aufnimmt. „Als ich im Juni mit Spielern gesprochen habe, war zu spüren, dass viele aufgrund der Krise eine Distanz zum Handball hatten. Jetzt geht es endlich weiter.“ Obwohl der 61-Jährige, der mit dem THW Kiel alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, seit Februar Bundestrainer ist, wartet er immer noch auf sein erstes Spiel. Das findet am 5. November in Düsseldorf gegen Bosnien-Herzegowina statt – es geht um die Qualifikation zur Europameisterschaft.

Ob auch ein Erstliga-Handballer des Bergischen HC dabei ist ? „Ich beobachte beim BHC einige Spieler“, sagt Gislason mit Blick auf Christopher Rudeck, David Schmidt, Lukas Stutzke und Alexander Weck. „Dabei geht es nicht nur um die Genannten, sondern auch ein paar weitere, die das Zeug haben, es irgendwann in die Nationalmannschaft zu schaffen.“ Wen er genau meint, lässt der Trainer offen. Doch er betont die außerordentlich gute Arbeit, die bei den Löwen geleistet wird.

„Der Bergische HC ist kein kleiner Verein in der Bundesliga“, stellt der Isländer klar. Kiel, Flensburg, die Rhein-Neckar Löwen, Berlin, Melsungen und Magdeburg bezeichnet er als breite Spitze des Oberhauses. „Direkt dahinter sehe ich den BHC. Er verfügt über ein Team, das vor allem zu Hause jeden schlagen kann.“

Dass die Zuschauer in dieser Saison aufgrund der coronabedingten Limitierung vielleicht nicht so stark wie üblich helfen können, sieht der Coach allerdings ebenfalls. Am Donnerstagabend hat Kiel in der Champions League zu Hause gegen Nantes mit 27:35 verloren. Nur 1523 Zuschauer durften in die sonst 10.285 Menschen fassende Arena kommen. „Da habe ich auch zwischendurch gedacht, dass es mit der sonst üblichen Stimmung anders gelaufen wäre. Daran müssen sich die Spieler erst einmal gewöhnen.“

(Boll)